Nach einem erneuten Angriff auf eine jüdische Einrichtung in London haben die britischen Behörden rasch reagiert und zwei Verdächtige festgenommen. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf Mittwoch im Norden der britischen Hauptstadt und wird von der Polizei als antisemitisches Hassverbrechen eingestuft.
Nach Angaben der Ermittler näherten sich zwei mit Sturmhauben vermummte Personen einer Synagoge und warfen zwei Flaschen, die mutmaßlich mit Benzin gefüllt waren. Zwar entzündeten sich die Wurfgegenstände nicht, dennoch werten die Behörden den Vorfall als schwerwiegenden und gezielten Angriff auf jüdisches Leben.
Polizei greift rasch zu
Die Fahndung führte wenig später zum Erfolg: Eine 47-jährige Frau und ein 46-jähriger Mann wurden im nördlich von London gelegenen Watford festgenommen. Dass die Polizei schnell handelte und den Vorfall klar als antisemitisch motiviert einordnete, ist ein wichtiges Signal.
Gerade in einer Zeit, in der jüdische Gemeinden in Europa zunehmend unter Druck geraten, ist eine konsequente Reaktion des Staates entscheidend. Angriffe auf Synagogen sind keine gewöhnlichen Straftaten – sie sind Angriffe auf Religionsfreiheit, Sicherheit und das friedliche Zusammenleben.
Antisemitische Gewalt nimmt zu
Der Vorfall reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein. In Großbritannien ist die Zahl antisemitischer Vorfälle in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Erst im vergangenen Monat war in London ein Brandanschlag auf mehrere Rettungswagen einer jüdischen Hilfsorganisation verübt worden.
Auch diesen Angriff werteten die Behörden als antisemitisch motiviert. Drei mutmaßliche Täter wurden festgenommen. Zu der Tat bekannte sich eine wenig bekannte islamistische Gruppe, der Verbindungen zum Iran nachgesagt werden.
Klare Haltung nötig
Die erneuten Angriffe zeigen, wie wichtig es ist, antisemitische Gewalt nicht zu relativieren, sondern klar zu benennen und entschlossen zu verfolgen. Dass die britische Polizei den Vorfall als Hassverbrechen einstuft und schnell gehandelt hat, ist deshalb ausdrücklich zu begrüßen.
Jüdische Einrichtungen müssen geschützt werden – und jeder Angriff auf sie muss die klare Antwort des Rechtsstaats nach sich ziehen.
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