Ganz ehrlich: Nur auf Schalke bekommt man es hin, mitten in einer Aufstiegseuphorie den nächsten Vereinskrieg anzuzetteln.
Statt einfach einmal Ruhe, Freude und Geschlossenheit zu genießen, beschäftigt sich der Verein lieber damit, verdienten Persönlichkeiten einen politischen Maulkorb zu verpassen. Und zwar lebenslang.
Clemens Tönnies und Huub Stevens sollen ins Ehrenpräsidium gewählt werden – und gleichzeitig künftig bitte still sein. Keine Interviews. Keine Meinungen. Keine Kritik. Einfach freundlich winken und ansonsten schweigen.
Was kommt als Nächstes?
Ein Ehrenpräsidenten-Aschenbecher mit eingebauter Sprachsperre?
Huub Stevens? Der Mann hat Schalke geprägt!
Allein die Tatsache, dass ein Huub Stevens von solchen Regelungen betroffen wäre, ist ein Schlag ins Gesicht vieler Schalke-Fans.
Dieser Mann hat den UEFA-Cup nach Gelsenkirchen gebracht.
Dieser Mann IST Schalke-DNA.
Und jetzt sollen irgendwelche Funktionäre ernsthaft entscheiden wollen, wann und ob Huub Stevens überhaupt noch etwas über seinen Verein sagen darf?
Das ist respektlos.
Und peinlich.
Tönnies kann man kritisieren – aber nicht ausradieren
Ja, Clemens Tönnies polarisiert.
Ja, es gab Fehler, Streit und genügend Diskussionen.
Aber eines kann niemand ernsthaft bestreiten:
Ohne Tönnies wäre Schalke sportlich und wirtschaftlich über viele Jahre niemals dort gewesen, wo der Klub einmal stand.
Und ausgerechnet jetzt, wo man sich wieder etwas Stabilität aufgebaut hat, versucht man offenbar, ihn symbolisch aus dem Verein zu drängen – während man gleichzeitig weiter Sponsorengelder aus seinem Unternehmensumfeld kassiert.
Das ist genau diese Doppelmoral, die Schalke seit Jahren kaputtmacht.
Das eigentliche Problem sitzt woanders
Schalke hat nicht wegen Tönnies jahrelang versagt.
Schalke hat versagt wegen Machtspielchen, Lagerdenken, Eitelkeiten und internen Grabenkämpfen.
Und genau davon bekommt man jetzt wieder die nächste Folge serviert.
Anstatt den Verein endlich professionell und ruhig zu führen, wird weiter Politik betrieben wie in einem zerstrittenen Kleingartenverein.
Ein Ehrenamt mit Schweigepflicht? Was für ein absurdes Signal
Ein Ehrenpräsidium sollte Menschen ehren.
Nicht sie entmündigen.
Wer Jahrzehnte für Schalke gearbeitet, investiert oder Titel gewonnen hat, sollte das Recht haben, auch weiterhin offen seine Meinung zu sagen – gerade wenn ihm der Verein am Herzen liegt.
Denn echte Schalke-Legenden sagen nicht immer das, was angenehm ist.
Aber oft genau das, was nötig wäre.
Und vielleicht ist genau das das eigentliche Problem.
Dieser Artikel bringt es auf den Punkt. Mit Ruhe und Geschlossenheit wäre dieser Verein kaum aufzuhalten. Aber leider kommen immer mal wieder kleine Hinterzimmer-Funktionäre und müssen Unruhe stiften. Was Leute wie Clemens Tönnies und Huub Stevens für Schalke geleistet haben werden diese Typen niemals schaffen.
Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal die Klappe halten
Kritik geht garnet, Schalke hat Stevens und Tönnies so viel zu verdanken. Aber Clemens muss ich ankreiten das er Schalke nicht schuldenfrei gemacht hat. Schließlich hat er den Schuldenberg mit zu Verantworten. Unter unseren Rudi Assauer wäre das nicht so weit gekommen.