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Schalke holt einen Punkt in Köln: Kein Tor, aber immerhin auch keinen Herzstillstand!

CJR-Designs (CC0), Pixabay
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Als eingefleischter Schalker lernt man irgendwann, seine Ansprüche vernünftig zu verteilen: hinten möglichst nichts reinlassen, vorne gelegentlich das gegnerische Tor besichtigen – und zwischendurch prüfen, ob der eigene Puls noch im medizinisch vertretbaren Bereich liegt. Beim 0:0 in Köln war wieder alles dabei. Außer Tore natürlich.

Dabei ging es ordentlich los. Unsere Jungs waren wach, gingen drauf und zeigten: Wir sind nicht bloß wegen des schönen Doms angereist! El-Faouzi war früh nah dran, Adamu wurde geblockt, Katić köpfte knapp vorbei. Da ertappte ich mich tatsächlich bei dem gefährlichen Gedanken: Heute könnte offensiv etwas gehen.

Ein Schalker sollte es nach all den Jahren eigentlich besser wissen.

Unsere letzte Aktion vor dem Tor bleibt gelegentlich so ungenau wie eine Wegbeschreibung nach dem fünften Bier. Bis zum Strafraum sieht vieles brauchbar aus. Danach scheint plötzlich jeder eine andere Vorstellung davon zu haben, wo das Tor steht.

Dann kam allerdings ein Moment, in dem Fußball völlig nebensächlich wurde.

Der heftige Zusammenprall zwischen Robin Gosens und Soufiane El-Faouzi war schwer anzusehen. Beide mussten verletzt ausgewechselt werden. Da interessiert mich weder Ballbesitz noch Tabellenplatz. Jungs, gute Besserung! Alles andere kommt danach.

Dass unsere Mannschaft anschließend aus dem Rhythmus geriet, konnte ich nachvollziehen.

Nach der Pause hätte Adamu uns beinahe erlöst, doch Schwäbe parierte seinen Kopfball. Später wurde Dina-Ebimbes Abschluss im letzten Moment geblockt. Da fehlte nicht viel zum königsblauen Glück.

Andererseits fehlte in der 74. Minute auch nicht viel zum üblichen Schalker Wohnzimmerdrama: Erst rettete Karius gegen Bülter, dann wurde Waldschmidts Nachschuss vor der Linie geklärt. Mein lieber Mann! Unsere Defensive verdient sich diesen Punkt jedenfalls nicht beim gemütlichen Betriebsausflug.

Und Karius? Auf den war Verlass.

Überhaupt: Die Mannschaft hat sich gewehrt. Nicht alles war schön, nicht alles mutig, manches unnötig umständlich. Aber nach zwei Niederlagen nehme ich diesen Auswärtspunkt mit beiden Händen und verstaue ihn vorsichtig neben meiner restlichen Zuversicht.

Natürlich hätte ich gern gewonnen. Ich hätte auch gern, dass unsere Offensive ihre Tore etwas weniger exklusiv behandelt. Fußball ist schließlich kein Sammlerstück, das man möglichst selten aus der Verpackung nimmt.

Trotzdem: In Köln zu null, einen Punkt geholt, dagegengehalten. Das darf man als Aufsteiger anerkennen.

Für die nächste Trainingswoche hätte ich nur eine bescheidene Bitte: Hinten genauso weitermachen – und vorne vielleicht mal das Netz auf Belastbarkeit prüfen.

Glück auf!

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