Also eines muss man Mercedes-AMG Petronas Formula One Team lassen:
Langweilig wird’s dort wirklich nie.
Erst fliegen sich die eigenen Fahrer im Sprint fast gegenseitig aus der Umlaufbahn —
und ein paar Stunden später schnappen sie sich einfach mal locker die komplette erste Startreihe in Montreal.
Formel 1 kann manchmal so herrlich absurd sein.
Diesmal heißt der große Gewinner:
George Russell.
Der Brite zauberte im Qualifying plötzlich eine letzte Runde raus, bei der vermutlich selbst die Reifen kurz gefragt haben:
„Willst du uns umbringen?“
Am Ende war Russell ganze 0,068 Sekunden schneller als Teamkollege Kimi Antonelli —
also ungefähr der Abstand zwischen „Mega-Runde“ und „Verdammt, wo hab ich die Zeit verloren?“
Besonders bitter für Antonelli:
Der 19-Jährige hatte nach dem Sprint wahrscheinlich ohnehin schon Puls wie ein Espresso auf Nitro.
Denn dort lieferten sich die beiden Mercedes-Piloten ein Duell, das irgendwo zwischen „hartem Racing“ und „Familienstreit beim Weihnachtsessen“ lag.
Antonelli musste kurz neben die Strecke, Toto Wolff bekam vermutlich spontane Schnappatmung —
und ganz Europa wartete nur noch darauf, dass im Funk gleich jemand schreit:
„Kimi! Was machst du da?!“
Aber nein:
Nach außen blieb alles diplomatisch.
Ganz professionell.
Ganz harmonisch.
Zumindest ungefähr so harmonisch, wie zwei Fahrer eben sein können, die sich gegenseitig beinahe die Karre zerlegt hätten.
Russell meinte danach trocken:
„War hartes Racing.“
Übersetzung:
„War knapp, aber ich war schneller.“
Antonelli wiederum erklärte, er müsse sich die TV-Bilder nochmal ansehen.
Was Formel-1-Fahrer meistens dann sagen, wenn sie innerlich eigentlich denken:
„Vielleicht war das doch ein bissl optimistisch.“
Hinter Mercedes lauern übrigens die üblichen Verdächtigen:
Lando Norris und Oscar Piastri im McLaren,
dahinter Lewis Hamilton im Ferrari
und Max Verstappen, der diesmal vermutlich schon aus Prinzip schlechte Laune hat, wenn er nur auf Platz sechs steht.
Und jetzt wird’s richtig lustig:
Für Sonntag ist Regen angekündigt.
Natürlich.
Weil ein normales Rennen offenbar zu einfach gewesen wäre.
Temperatursturz.
Nasse Strecke.
Chaos-Potenzial deluxe.
Heißt übersetzt:
Die komplette Startaufstellung könnte nach drei Kurven ohnehin aussehen wie ein umgeworfener Einkaufswagenparkplatz.
Genau deshalb lieben die Fans Montreal.
Denn dort reicht oft schon ein bisschen Regen —
und plötzlich fährt jemand um die Pole, der vorher kaum wusste, wo vorne am Auto eigentlich vorne ist.
Und irgendwo sitzt Toto Wolff wahrscheinlich schon mit doppeltem Blutdrucktabletten-Vorrat im Motorhome und denkt:
„Bitte einfach nur beide Autos heil ins Ziel bringen.“
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