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Regionalliga Bayern 2026/27: Saisonvorschau, Chancen und prognostizierte Abschlusstabelle

qimono (CC0), Pixabay
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Die Regionalliga Bayern wird durch den Zwangsabstieg des TSV 1860 München deutlich aufgewertet. Die Löwen erhielten trotz ihres achten Platzes in der 3. Liga keine neue Lizenz. Grund waren nicht erfüllte finanzielle Voraussetzungen; anschließend wurde ein Insolvenzverfahren über die Spielbetriebsgesellschaft eingeleitet. Deshalb enthalten ältere Saisonübersichten teilweise noch ein Teilnehmerfeld mit lediglich 18 Vereinen.

Sportlich führt der Weg zunächst über den 1. FC Nürnberg II. Die Club-Reserve wurde in der Vorsaison mit 77 Punkten Meister. Unterhaching erreichte 70 Punkte, Illertissen 64. Bayern München II landete nach Punktabzügen dagegen nur auf Rang elf.

Die angegebenen Meisterchancen sind redaktionelle Wahrscheinlichkeiten und keine Wettquoten. Das Abstiegsrisiko umfasst sowohl den direkten Abstieg als auch eine mögliche Teilnahme an der Abstiegsrelegation.

1. FC Nürnberg II

Der Titelverteidiger besitzt die stärkste Ausgangsposition. Nürnberg gewann 24 seiner 34 Spiele und erzielte 68 Tore. Die große Unbekannte bleibt der jährliche Umbruch einer U23: Leistungsträger können zu den Profis aufrücken oder verliehen werden.

Spielerisch dürfte die Mannschaft erneut zu den besten Teams gehören. Gelingt es, die neue Generation schnell einzubauen, ist die Titelverteidigung realistisch.

Meisterchance: 24 Prozent
Abstiegsrisiko: 3 Prozent
Prognose: Platz 1

SpVgg Unterhaching

Unterhaching war mit 72 Toren und 70 Punkten der stärkste Verfolger Nürnbergs. Sportlich besitzt die Mannschaft weiterhin Spitzenqualität. Allerdings verzichtete der Verein bereits im Frühjahr aus wirtschaftlichen Gründen auf mögliche Aufstiegsspiele. Kurz vor Saisonbeginn beendete zudem Sven Bender seine Tätigkeit als Trainer.

Der kurzfristige Trainerwechsel kostet Stabilität. Trotzdem reicht das vorhandene Gerüst für einen erneuten Titelkampf.

Meisterchance: 17 Prozent
Abstiegsrisiko: 4 Prozent
Prognose: Platz 2

FV Illertissen

Illertissen beendete die Vorsaison mit 64 Punkten auf Rang vier und erzielte starke 72 Tore. Mit Holger Bachthaler verlor der Verein allerdings einen prägenden Trainer an die Stuttgarter Kickers.

Der Kader verfügt über viel Regionalligaqualität. Entscheidend wird sein, ob die offensive Spielidee unter neuer Führung erhalten bleibt. Illertissen gehört weiterhin zum engsten Favoritenkreis.

Meisterchance: 13 Prozent
Abstiegsrisiko: 5 Prozent
Prognose: Platz 3

FC Bayern München II

Die Bayern-Reserve blieb in der vergangenen Saison deutlich unter ihren Möglichkeiten. 61 erzielte Tore zeigten das offensive Potenzial, 52 Gegentreffer und zusätzliche Punktabzüge verhinderten aber eine bessere Platzierung.

Mit dem früheren Weltklasseverteidiger Dante beginnt auf der Trainerbank ein neues Kapitel. Der Kader besitzt enorme Begabung, wirkt aber noch unausgewogen und hatte in der Vorbereitung mit Verletzungen zu kämpfen.

Meisterchance: 12 Prozent
Abstiegsrisiko: 6 Prozent
Prognose: Platz 4

TSV 1860 München

Auf dem Papier müsste ein Drittligist in der Regionalliga sofort Meisterschaftsfavorit sein. Bei 1860 gelten jedoch besondere Bedingungen. Nach dem Lizenzentzug trainierte zunächst eine gemischte Gruppe aus verbliebenen Profis und U21-Spielern unter Alper Kayabunar.

Die individuelle Qualität dürfte für die Spitzengruppe reichen. Finanzielle Unsicherheit, mögliche weitere Abgänge und der verspätete Neuaufbau verhindern jedoch eine höhere Einstufung.

Meisterchance: 10 Prozent
Abstiegsrisiko: 8 Prozent
Prognose: Platz 5

1. FC Schweinfurt 05

Schweinfurt kehrt nach nur einer Saison aus der 3. Liga zurück. Der Klub besitzt weiterhin Spieler mit höherklassiger Erfahrung, muss nach dem schwierigen Jahr aber einen sportlichen und mentalen Neustart bewältigen. Zudem endet die Amtszeit des bisherigen Trainers Jermaine Jones.

Der Kader sollte für das obere Drittel reichen. Für den direkten Wiederaufstieg erscheint der Umbruch jedoch zu groß.

Meisterchance: 8 Prozent
Abstiegsrisiko: 10 Prozent
Prognose: Platz 6

DJK Vilzing

Vilzing erreichte mit 51 Punkten Rang fünf. Die Mannschaft war defensiv ordentlich organisiert und verlor deutlich seltener den Anschluss an die Spitzengruppe als in der vorherigen Spielzeit.

Dem Verein fehlen die finanziellen Möglichkeiten der großen Konkurrenten. Mit Kontinuität, Heimstärke und einem eingespielten Kern ist dennoch wieder eine Platzierung im oberen Drittel möglich.

Meisterchance: 5 Prozent
Abstiegsrisiko: 12 Prozent
Prognose: Platz 7

TSV Aubstadt

Aubstadt belegte mit 49 Punkten Platz sechs. Severo Sturm erzielte 16 Treffer und gehörte zu den besten Torjägern der gesamten Liga.

Der TSV ist hervorragend organisiert und zu Hause nur schwer zu bespielen. Für die Meisterschaft fehlt etwas Kaderbreite, für einen sicheren Platz im oberen Mittelfeld reicht die Qualität aber erneut.

Meisterchance: 3 Prozent
Abstiegsrisiko: 13 Prozent
Prognose: Platz 8

TSV Landsberg

Landsberg war in der Bayernliga Süd die beste aufstiegsberechtigte Mannschaft. In 32 Partien erzielte der TSV 79 Tore und verlor nur dreimal.

Die Offensive besitzt auch für die Regionalliga Potenzial. Die Gegner verteidigen jedoch schneller und konsequenter. Der Aufsteiger dürfte einige spektakuläre Spiele liefern und hat gute Chancen auf einen sicheren Klassenerhalt.

Meisterchance: 2 Prozent
Abstiegsrisiko: 25 Prozent
Prognose: Platz 9

VfB Eichstätt

Eichstätt überzeugte als Aufsteiger sofort. Platz sieben, 48 Punkte und lediglich 37 Gegentore waren eine starke Bilanz.

Der VfB ist taktisch diszipliniert und schwer zu schlagen. Für einen großen Sprung nach oben fehlt wahrscheinlich zusätzliche offensive Qualität. Ein stabiler Mittelfeldplatz ist die wahrscheinlichste Entwicklung.

Meisterchance: 2 Prozent
Abstiegsrisiko: 18 Prozent
Prognose: Platz 10

Wacker Burghausen

Wacker schloss die vergangene Saison mit 47 Punkten auf Rang acht ab. Mit Lars Bender verlor der Verein anschließend seinen Trainer, der zum Nachwuchsbereich des FC Bayern wechselte.

Burghausen verfügt über gute Bedingungen und reichlich Regionalligaerfahrung. Der Trainerwechsel macht die Mannschaft etwas schwerer einzuschätzen. Insgesamt sollte sie im Mittelfeld landen.

Meisterchance: 1,2 Prozent
Abstiegsrisiko: 20 Prozent
Prognose: Platz 11

SpVgg Ansbach

Ansbach erreichte 46 Punkte und erzielte 54 Tore. Mit 65 Gegentreffern zeigte die Mannschaft jedoch erhebliche defensive Schwächen.

Offensiv kann Ansbach nahezu jeden Gegner beschäftigen. Soll der Verein eine ruhigere Saison erleben, muss er Führungen besser verteidigen und die Zahl der individuellen Fehler reduzieren.

Meisterchance: 0,8 Prozent
Abstiegsrisiko: 28 Prozent
Prognose: Platz 12

SC Eltersdorf

Eltersdorf gewann die Bayernliga Nord mit 65 Punkten. Die Mannschaft erzielte 55 Tore und kassierte nur 30 Gegentreffer.

Der SC bringt eine eingespielte und defensiv stabile Mannschaft mit. Der Qualitätssprung ist dennoch beträchtlich. Eltersdorf erscheint stärker als ein gewöhnlicher Aufsteiger, wird aber zunächst um den Klassenerhalt kämpfen.

Meisterchance: 0,5 Prozent
Abstiegsrisiko: 34 Prozent
Prognose: Platz 13

FC Memmingen

Memmingen hielt als Aufsteiger mit 42 Punkten relativ souverän die Klasse. Die Mannschaft spielte zwölfmal unentschieden und erwies sich als unangenehmer Gegner.

Die fehlende offensive Durchschlagskraft verhindert eine bessere Prognose. Memmingen besitzt jedoch genügend Organisation und Erfahrung, um erneut mehrere Konkurrenten hinter sich zu lassen.

Meisterchance: 0,4 Prozent
Abstiegsrisiko: 38 Prozent
Prognose: Platz 14

SpVgg Bayreuth

Bayreuth erlebte eine sportlich und wirtschaftlich belastende Saison. Während der Winterpause durften Spieler den Verein verlassen; sechs Akteure nutzten diese Möglichkeit. Am Ende standen Platz 13 und lediglich 38 Punkte.

Das große Umfeld hilft, die finanziellen Probleme begrenzen jedoch die Planung. Bayreuth dürfte lange gegen die Relegationsplätze kämpfen.

Meisterchance: 0,6 Prozent
Abstiegsrisiko: 46 Prozent
Prognose: Platz 15

TSV Buchbach

Buchbach erreichte zwar 46 Punkte, kassierte aber 69 Gegentore. Damit gehörte die Defensive zu den anfälligsten der Liga. Mit Sven Zurawka beginnt die Mannschaft unter einem neuen Trainer.

Der Verein besitzt große Erfahrung im Kampf um den Klassenerhalt. Angesichts der stärker gewordenen Liga droht diesmal jedoch die Abstiegsrelegation.

Meisterchance: 0,2 Prozent
Abstiegsrisiko: 53 Prozent
Prognose: Platz 16

FC Augsburg II

Augsburg II sammelte nur 34 Punkte und gewann neun Partien. Die junge Mannschaft verteidigte ordentlich, entwickelte offensiv aber zu wenig Gefahr.

Wie bei allen U23-Teams hängt viel davon ab, welche Talente von den Profis benötigt werden. Der Klassenerhalt ist möglich, die Konkurrenz erscheint jedoch stärker als im Vorjahr.

Meisterchance: 0,1 Prozent
Abstiegsrisiko: 58 Prozent
Prognose: Platz 17

TSV Schwaben Augsburg

Schwaben Augsburg verbrachte weite Teile der vergangenen Saison im Tabellenkeller. Mit 34 Punkten erreichte die Mannschaft die Relegation und sicherte dort den Ligaverbleib.

Die Erfahrung aus dem Abstiegskampf kann helfen. Spielerisch fehlt aber weiterhin Qualität, um sich deutlich von den gefährdeten Plätzen zu entfernen.

Meisterchance: 0,1 Prozent
Abstiegsrisiko: 68 Prozent
Prognose: Platz 18

SpVgg Greuther Fürth II

Fürth II beendete die Saison mit nur 28 Punkten auf Rang 16, schaffte anschließend aber über die Relegation den Klassenerhalt. Die Mannschaft erzielte zwar 47 Tore, kassierte jedoch 60 Gegentreffer.

Der jungen Mannschaft droht erneut ein schwieriges Jahr. Gegen die zusätzlichen Schwergewichte 1860 München und Schweinfurt wird die Aufgabe noch anspruchsvoller.

Meisterchance: 0,1 Prozent
Abstiegsrisiko: 72 Prozent
Prognose: Platz 19

Prognostizierte Abschlusstabelle 2026/27

Pl. Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1 1. FC Nürnberg II 36 23 8 5 74:39 +35 77
2 SpVgg Unterhaching 36 21 6 9 68:41 +27 69
3 FV Illertissen 36 19 8 9 65:43 +22 65
4 FC Bayern München II 36 19 5 12 72:51 +21 62
5 TSV 1860 München 36 18 7 11 61:45 +16 61
6 1. FC Schweinfurt 05 36 17 8 11 58:47 +11 59
7 DJK Vilzing 36 16 8 12 55:49 +6 56
8 TSV Aubstadt 36 15 8 13 52:50 +2 53
9 TSV Landsberg 36 14 9 13 60:59 +1 51
10 VfB Eichstätt 36 14 8 14 49:48 +1 50
11 Wacker Burghausen 36 13 8 15 48:52 −4 47
12 SpVgg Ansbach 36 13 7 16 52:60 −8 46
13 SC Eltersdorf 36 12 8 16 47:54 −7 44
14 FC Memmingen 36 11 8 17 45:55 −10 41
15 SpVgg Bayreuth 36 11 7 18 42:57 −15 40
16 TSV Buchbach 36 10 8 18 46:64 −18 38
17 FC Augsburg II 36 9 8 19 40:61 −21 35
18 TSV Schwaben Augsburg 36 8 7 21 38:67 −29 31
19 SpVgg Greuther Fürth II 36 7 8 21 41:71 −30 29

Gesamtprognose

Meisterfavorit: 1. FC Nürnberg II
Stärkster Herausforderer: SpVgg Unterhaching
Überraschungskandidat: TSV Landsberg
Größtes Fragezeichen: TSV 1860 München
Abstiegskandidaten: Augsburg II, Schwaben Augsburg und Greuther Fürth II

Nürnberg II geht wegen der herausragenden Vorsaison als Favorit ins Rennen. Unterhaching und Illertissen verfügen über genügend Qualität, müssen aber Trainerwechsel verkraften. Bayern II besitzt das größte Entwicklungspotenzial.

1860 München ist sportlich kaum seriös einzuschätzen. Bleiben mehrere Drittligaspieler und stabilisiert sich der Verein wirtschaftlich, können die Löwen Meister werden. Setzt sich die Unruhe fort, ist auch ein Platz im Mittelfeld möglich.

Am Tabellenende erhöht das Feld mit 19 Mannschaften den Druck. Die genaue Zahl der direkten Absteiger und Relegationsteilnehmer kann zudem durch die endgültigen BFV-Regelungen sowie die Auf- und Abstiege zwischen Regionalliga und 3. Liga beeinflusst werden.

Stand der Einschätzung: 14. Juli 2026. Die Tabelle ist rechnerisch konsistent: Alle Vereine absolvieren 36 Spiele, die Zahl der Siege entspricht der Zahl der Niederlagen und die Summe aller erzielten Tore entspricht der Summe aller Gegentore.

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