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Red Bull gibt den Medien Flügel – um sie dann zu stutzen

PaliGraficas (CC0), Pixabay
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Red Bull, die Marke, die „Menschen Flügel verleiht“, hat beschlossen, in ihrer Mediensparte ein bisschen zu kürzen. Genauer gesagt: Personal. Ausgerechnet dort, wo man sonst von grenzenloser Energie, kreativen Höhenflügen und medialer Spritzigkeit spricht, geht’s nun ganz bodenständig zur Sache – mit einem Personalabbau.

Von Höhenflug zu Sinkflug

Etwa 600 Menschen arbeiten aktuell im Red-Bull-Medienkosmos – vom Servus-TV-Mediencenter in Wals-Siezenheim bis zum Red Bull Media House in Wien. Dort, wo man jahrelang vom „anderen Journalismus“ schwärmte, der „unabhängig, ehrlich und authentisch“ sein sollte, flattert nun die Kündigungswelle durch die Flure.

Laut einem Bericht des Standard sollen rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen sein. Oder, wie man es im Management-Deutsch nennt: Optimierung des Markenportfolios unter einer neuen Dachmarke.

„Servus Media“ – der neue Name fürs Schrumpfen

Künftig will Red Bull seine Medienaktivitäten unter dem hübsch neutralen Titel „Servus Media“ bündeln. Klingt nach Effizienz, klingt nach Struktur, klingt – mit etwas Phantasie – fast nach einem Start-up. Tatsächlich bedeutet es: weniger Leute, mehr Kontrolle, und ein neues Logo, das man sich vermutlich teuer in Salzburg designen lässt.

Beim Arbeitsmarktservice ist die Meldung über den geplanten Abbau schon eingegangen. Details gibt’s keine – in der Kommunikationsabteilung hat man offenbar schon mit dem Sparen angefangen.

Flügel für manche, Fallschirm für wenige

In den Hochglanzbroschüren des Konzerns liest man von „Leidenschaft“, „Innovation“ und „Mut“. In der Realität gibt’s jetzt vor allem eines: Stellenabbau.
„Servus Media“ soll künftig unter neuer Führung stehen – also unter jenen, die den Absturz mit einem Lächeln moderieren müssen.

Ob das den Red-Bull-Medien tatsächlich neue Flügel verleiht, darf bezweifelt werden. Eher sieht es danach aus, als ob jemand im Tower gerade den Kurs von „Expansion“ auf „Kostendisziplin“ umgestellt hat.

Wenn der Konzern zum Content wird

Ironisch ist das Ganze ohnehin: Während Red Bull weltweit Milliarden in Extremsport, Markenimage und mediale Dauerbeschallung steckt, muss der eigene Medienbereich sparen. Die Firma, die aus „Content“ eine Religion gemacht hat, produziert jetzt selbst Schlagzeilen – allerdings nicht die, die man in den PR-Foldern lesen wollte.

Fazit: Energie aus der Dose, Realität im Büro

Der Konzern, der mit Flügeln wirbt, streicht sie nun – zumindest jenen, die sie tragen.
Was bleibt, ist ein Lehrstück in Markenrhetorik: Große Visionen, schillernde Werbeslogans – und am Ende doch dieselben betriebswirtschaftlichen Reflexe wie überall.

Red Bull verleiht Flügel. Aber eben nur, solange das Budget reicht.

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