„Der königliche Selbstzerstörungskurs“ – so könnte man die aktuelle Lage bei Real Madrid wohl am besten beschreiben. Während der FC Barcelona nach dem Clásico ausgelassen die Meisterschaft feierte, wirkte Real eher wie eine WhatsApp-Gruppe kurz vor der endgültigen Eskalation.
Nach internen Streitereien zwischen Tchouaméni und Valverde, Dauerdebatten um Mbappé und einer Defensive mit der Stabilität eines Gartenstuhls im Sturm setzte es beim FC Barcelona die nächste bittere Pleite. Hansi Flick und Barça dagegen feierten nicht nur den Titel, sondern vermutlich auch die Tatsache, dass Real sich inzwischen oft selbst schlägt.
Die spanische „Marca“ brachte es gnadenlos auf den Punkt: „Barça baut eine Mannschaft auf – Real reißt eine ein.“ Treffender kann man den Zustand der Königlichen kaum beschreiben. Wo früher Galácticos zauberten, diskutieren heute Millionäre darüber, wer eigentlich schuld ist, wenn der Gegner schon wieder jubelt.
Auch andere Medien sparten nicht mit Häme. Die italienische „Gazzetta dello Sport“ sprach von einer „selbstzerstörerischen Spirale aus Chaos, Anarchie und Depression“, während die englische „Daily Mail“ die Saison kurzerhand zur „Katastrophe“ erklärte. Immerhin international ist man sich also einig.
Besonders bitter: Real musste live mitansehen, wie Barcelona im eigenen Stadion die Meisterschaft eintütete. Für viele Fans dürfte das ungefähr so angenehm gewesen sein wie ein Zahnarzttermin mit Livemusik von gegnerischen Ultras.
Jetzt hoffen in Madrid viele auf die Rückkehr von José Mourinho. Der Portugiese soll das lodernde Chaos löschen. Wobei man bei Mourinho natürlich nie genau weiß, ob er den Brand löscht – oder noch Benzin nachkippt.
Fest steht: Aus den einstigen „Königlichen“ ist aktuell eher eine royale Reality-Show geworden. Und Barcelona genießt die Vorstellung in der ersten Reihe.
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