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RB Leipzig: Vom Chaos der Chefetage zum nächsten Transferkrimi?

jorono (CC0), Pixabay
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Als Fan eines ganz normalen Fußballvereins schaut man derzeit mit einer Mischung aus Faszination und Kopfschütteln nach Leipzig. Dort hat man es geschafft, innerhalb weniger Tage eine Diskussion über Trainer, Machtkämpfe, Jürgen Klopp, Marcel Schäfer, die Vereinsführung und nun auch noch über den Verbleib des größten Talents des Klubs gleichzeitig zu führen.

Effizienz kann man RB wirklich nicht absprechen.

Kaum ist der Staub um die höchst merkwürdige Trennung von Ole Werner nicht einmal ansatzweise gelegt, beginnt schon das nächste Kapitel. Diesmal heißt es: Yan Diomandé.

Der 19-Jährige soll laut Berichten ein Angebot über 100 Millionen Euro von Liverpool ausgelöst haben. RB hat abgelehnt. Nach außen klingt das beeindruckend. Man sitzt schließlich „auf dem Fahrersitz“, wie Marcel Schäfer selbst erklärte.

Nur stellt sich die Frage: Wer hält eigentlich gerade das Lenkrad fest?

Nach den Vorgängen der vergangenen Wochen wirkt RB Leipzig jedenfalls nicht wie ein Klub, in dem sportliche Kontinuität und klare Entscheidungswege herrschen. Vielmehr entstand der Eindruck, dass irgendwo zwischen Leipzig, Salzburg und dem globalen Red-Bull-Kosmos ständig jemand am Organigramm herumradiert.

Für die Außendarstellung war die Werner-Geschichte jedenfalls ein Desaster. Wochenlang kursierten Berichte über unterschiedliche Vorstellungen, interne Lagerbildungen und Eingriffe von oben. Jürgen Klopp erklärte öffentlich, er sei kein Damoklesschwert für die Trainer des Konzerns. Kurz darauf war Ole Werner seinen Job los.

Unglücklicher hätte die Optik kaum sein können.

Und genau deshalb stellt sich nun die Frage, wie glaubwürdig die Leipziger Aussagen im Fall Diomandé eigentlich wirken.

Natürlich kann RB wirtschaftlich hart bleiben. Der Vertrag läuft bis 2030. Eine Ausstiegsklausel gibt es offenbar nicht. Rein juristisch sitzt Leipzig tatsächlich auf dem Fahrersitz.

Aber im modernen Fußball reicht ein Vertrag allein oft nicht mehr aus.

Wenn ein Spieler Liverpool gut findet, PSG spannend findet, bei einer WM groß aufspielt und sein Berater bereits mit Europas Elite spricht, dann wird aus einem langfristigen Vertrag schnell eine theoretische Größe.

Deshalb würde es niemanden überraschen, wenn irgendwann das Telefon bei Marcel Schäfer klingelt.

Am anderen Ende vielleicht jemand aus Salzburg.

Ein einziges Wort.

„Verkaufen.“

Und genau darin läge die Ironie.

Denn Schäfer müsste dann möglicherweise gleich zwei Dinge verkaufen.

Erstens Yan Diomandé.

Und zweitens den Fans die Erklärung, warum der größte Hoffnungsträger des Vereins nach all den Bekenntnissen plötzlich doch nicht mehr da ist.

Aktuell dürfte in Leipzig allerdings ohnehin jeder wissen, dass ein weiterer Imageschaden schwer zu vermeiden wäre. Die Diskussionen um Klopp, Werner und die internen Machtverhältnisse haben bereits genug Vertrauen gekostet.

Deshalb wäre es für RB fast wichtiger, Diomandé sportlich zu halten als die möglichen 120 Millionen Euro einzusammeln.

Denn irgendwann kommt der Punkt, an dem Geld nicht mehr das größte Problem ist.

Sondern Glaubwürdigkeit.

Und genau dort befindet sich RB Leipzig derzeit.

Sollte Diomandé tatsächlich bleiben, wäre das ein wichtiges Signal: Der Klub hat trotz aller Turbulenzen noch einen sportlichen Plan.

Sollte er gehen, beginnt die nächste Debatte schon vor dem ersten Spieltag.

Und nach diesen bewegten Wochen würde vermutlich niemand mehr behaupten, das sei völlig überraschend.

Meine Wette bei 120 Millionen Euro lassen die ihn ziehen!

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