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RB Leipzig und das große Trainer-Karussell: Marcel Schäfer spielt wieder den Pausenclown

jorono (CC0), Pixabay
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Als RB-Fan muss man inzwischen aufpassen, dass man nicht seekrank wird. Nicht wegen des Fußballs auf dem Platz, sondern wegen des Dauerkarussells in den Chefetagen. Während andere Vereine Trainer suchen, Trainer finden und dann einfach arbeiten lassen, wird in Leipzig inzwischen jede Personalie behandelt wie eine geheime Mondmission.

Und mittendrin: Marcel Schäfer.

Oder wie man ihn mittlerweile nennen könnte: der Vorstandsclown mit Sportdirektor-Ausweis.

Da führt Ole Werner RB trotz Umbruch, Verkäufen, Dauergerüchten und einem Kader, bei dem zeitweise niemand wusste, wer eigentlich Stammspieler und wer Millioneninvestition für die Bank ist, auf Platz drei und in die Champions League. Ein Punkteschnitt von fast zwei Zählern pro Spiel. Für normale Vereine wäre das ein Grund, dem Trainer einen Blumenstrauß zu schenken.

Bei RB hingegen ist das offenbar ein Kündigungsgrund.

Denn irgendwo zwischen Salzburg, New York, Paris, Brasilien und vermutlich auch einer Red-Bull-Hütte am Nordpol hat das globale Expertengremium entschieden, dass Werner zwar gut genug war, aber irgendwie doch nicht gut genug. Zu viel Platz drei, zu wenig Raketenstart. Zu viel Stabilität, zu wenig PowerPoint-Präsentation.

Also muss natürlich ein Neuer her.

Und während Jürgen Klopp inzwischen über dem gesamten Konzern schwebt wie eine Mischung aus Fußball-Gandalf und Brause-Orakel, darf Marcel Schäfer offenbar wieder die Rolle spielen, die ihm am besten liegt: freundlich nicken und anschließend erklären, warum alles alternativlos war.

Vor ein paar Monaten hielt Schäfer noch öffentlich an Werner fest. Zweimal sogar. Heute wirkt das ungefähr so glaubwürdig wie ein Treueschwur auf einer Dating-App.

Nun soll Martin Demichelis kommen. Ein Trainer, der gerade mit Mallorca abgestiegen ist. Aber keine Sorge: In Leipzig gilt Abstieg inzwischen offenbar als Qualifikationsmerkmal. Schließlich wurde Vincent Kompany nach einem Abstieg Bayern-Trainer. Logisch. Wenn man lange genug um die Ecke denkt, wird jede Katastrophe zur Erfolgsgeschichte.

Und Schäfer?

Der darf wahrscheinlich bald wieder vor die Kameras treten und erklären, warum genau dieser Trainer schon immer Wunschlösung Nummer eins war. So wie die Wunschlösung davor. Und die davor. Und die davor.

Man bekommt inzwischen den Eindruck, dass Marcel Schäfer weniger Sportchef als Animateur auf einem Kreuzfahrtschiff ist. Während Klopp, Gomez, Löw, Krawietz und der gesamte Red-Bull-Wanderzirkus die Entscheidungen treffen, darf Schäfer freundlich lächeln, die Gäste begrüßen und erzählen, wie aufregend die Reise wird.

Vielleicht wäre Ehrlichkeit einfacher.

„Liebe Fans, wir haben zwar einen Sportgeschäftsführer, aber entschieden wird sowieso woanders.“

Das würde zumindest Zeit sparen.

Als RB-Fan bleibt einem nur noch Galgenhumor. Der Trainer, der Platz drei holt, soll gehen. Der Absteiger gilt als Heilsbringer. Das globale Kompetenzteam funkt aus allen Zeitzonen dazwischen. Und Marcel Schäfer steht daneben und verkauft das Ganze als langfristigen Masterplan.

Man muss ihm eines lassen: Als Vorstandskomiker macht er mittlerweile einen deutlich überzeugenderen Eindruck als als starker Mann im Sport.

Und das ist vermutlich das eigentliche Problem

5 Kommentare

  • Menschlich ist das tragisch, sicher sogar ungerecht. Und ja, Werner ist ein klasse Typ. Wahr ist aber auch, dass er die Mannschaft in er letzten Saison nicht weiterentwickelt hat. Insofern ist das ein frühzeitiger Tausch nur konsequent. Persönlich hätte ich mir einen Glasner, Alonso oder auch Topmöller als Nachfolger von Werner gewünscht.

  • Hallo Fans von RB, klar hat M. Schäfer Verdienste durch Erlangen des 3. Platzes in diesem Bundesliga erreicht. Nur ich traue ihn nicht zu, taktisch die Mannschaft für anstehenden Aufgaben weiter zu entwickeln. sind für mich, selbst in der zurück liegenden Saison, zu viele Ungereimtheiten passiert. Menschlich ist er ja OK, aber hilft dies weiter, diesen Spagat zu finden. Es tut mir selber etwas weh, ihn gehen zu sein, aber das Geschäft im Fußball ist leider so. Man kann nur hoffen das der eventuelle neue Trainer, die Mannschaft für die kommenden Aufgaben, gut in kommende Saison bringt. M. Eichler

  • … und innerlich wird man feixen in der Vorstandsetage! Tja wer das Geld gibt, hat das sagen! Eigentlich müßten das die Fans sein die mit jeder Dose, mit jeder Karte bei einem RB Rummel das Gebilde RB reicher werden lassen.
    Nichts gegen das Projekt, aber im Umgang mit dem Menschen sind Mintzlaff und Klopp eine Katastrophe!

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