In mehreren Ländern sorgen politische Entwicklungen derzeit für neue Spannungen und Unsicherheit. Während Schottland erneut über seine Unabhängigkeit diskutiert, kündigt Griechenlands früherer Ministerpräsident Alexis Tsipras sein politisches Comeback an. Gleichzeitig gelang brasilianischen Behörden ein wichtiger Schlag gegen das berüchtigte Verbrechersyndikat PCC.
Schottland drängt erneut auf Unabhängigkeit
Das schottische Parlament hat sich mit deutlicher Mehrheit für ein neues Referendum über die Unabhängigkeit von Großbritannien ausgesprochen. In Edinburgh stimmten 72 Abgeordnete für einen Antrag von Regierungschef John Swinney und seiner Schottischen Nationalpartei (SNP). Ziel ist es, von London die Erlaubnis für eine erneute Volksabstimmung zu erhalten.
Die britische Regierung lehnt dies jedoch klar ab. Premierminister Keir Starmer sieht derzeit keinen gesellschaftlichen Konsens für ein weiteres Referendum. Bereits 2014 hatten 55 Prozent der Schotten gegen eine Trennung vom Vereinigten Königreich gestimmt. London betrachtet die Frage deshalb weiterhin als langfristig entschieden.
Neue Dynamik bekam die Debatte allerdings durch den Brexit. Während Großbritannien 2016 mehrheitlich für den EU-Austritt stimmte, votierte Schottland deutlich für den Verbleib in der Europäischen Union. Seitdem wächst in Teilen der Bevölkerung erneut der Wunsch nach Unabhängigkeit.
Alexis Tsipras kündigt politisches Comeback an
Auch in Griechenland kommt Bewegung in die Politik. Der frühere Ministerpräsident Alexis Tsipras kündigte die Gründung einer neuen Partei mit dem Namen „Griechische linke Koalition“ (ELAS) an. Der ehemalige Syriza-Chef möchte damit die politische Linke im Land neu ordnen und erneut Regierungsverantwortung übernehmen.
Vor der Kulisse der Akropolis griff Tsipras die konservative Regierung von Kyriakos Mitsotakis scharf an. Er warf ihr Korruption, soziale Ungleichheit und eine Schwächung des Rechtsstaats vor.
Tsipras hatte sich nach schweren Wahlniederlagen seiner früheren Partei Syriza weitgehend aus der Politik zurückgezogen. Während seiner Amtszeit zwischen 2015 und 2019 stand Griechenland mehrfach kurz vor einem Austritt aus der Euro-Zone. Seine Rückkehr könnte das politische Kräfteverhältnis im Land nun erneut verändern.
Brasilien nimmt PCC-Anführer nach jahrelanger Flucht fest
In Südamerika gelang den Behörden unterdessen ein bedeutender Schlag gegen die organisierte Kriminalität. Der mutmaßliche PCC-Anführer Gerson Palermo wurde nach sechs Jahren Flucht in Bolivien festgenommen.
Palermo galt als einer der meistgesuchten Kriminellen Brasiliens. Er wurde wegen internationalen Drogenschmuggels und einer spektakulären Flugzeugentführung zu insgesamt fast 126 Jahren Haft verurteilt.
Die Festnahme erfolgte bei einer gemeinsamen Operation der brasilianischen Bundespolizei und bolivianischer Anti-Drogen-Einheiten in Santa Cruz de la Sierra. Nun soll Palermo an Brasilien ausgeliefert werden.
Das Verbrechersyndikat PCC gilt als mächtigste kriminelle Organisation Brasiliens und spielt eine zentrale Rolle im internationalen Kokainschmuggel aus den Andenstaaten. Die Festnahme wird deshalb als wichtiger Erfolg im Kampf gegen die organisierte Kriminalität gewertet.
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