Eigentlich sollte es ein Zweitliga-Topspiel werden: Dynamo Dresden gegen Hertha BSC, Flutlicht, volles Haus, große Bühne.
Bekommen haben die Zuschauer stattdessen eine Mischung aus Fußball, Bürgerkriegssimulation und kompletter geistiger Insolvenz auf den Rängen.
Schon nach drei Minuten ging’s los: Pyrotechnik hier, Feuerwerk da – offenbar dachten einige, sie seien nicht im Stadion, sondern Hauptdarsteller bei „Silvester eskaliert – Teil 7“. Kurz darauf dann der nächste Tiefpunkt: In der 19. Minute stürmten zahlreiche Vermummte aus dem Dynamo-Block quer über den Rasen Richtung Hertha-Fans. Es flogen Raketen, Pyro wurde hin- und hergeschossen, die Polizei musste auf den Platz.
Ganz ehrlich: Hat man es bei manchen Fans nur noch mit Vollpfosten zu tun?
Die erste Halbzeit dauerte am Ende 71 Minuten – was in etwa so lang ist wie die Geduld normaler Fußballfans mit diesem Irrsinn. Sportlich war das Spiel fast Nebensache, weil sich ein paar selbst ernannte Ultras offenbar dachten: „Warum Fußball schauen, wenn man auch kollektiv den letzten Rest Verstand anzünden kann?“
Am Ende gewann Hertha 1:0. In Unterzahl. Mit gehaltenem Elfmeter von Tjark Ernst und dem Siegtreffer von Marten Winkler.
Aber seien wir ehrlich: Das Ergebnis ist nach so einem Abend fast schon eine Randnotiz.
Denn was da in Dresden passiert ist, war nicht „Leidenschaft“, nicht „Fankultur“ und schon gar nicht „Emotion“. Das war asozial, gefährlich und ein Schlag ins Gesicht für jeden normalen Stadionbesucher, für Familien, Kinder und für alle, die einfach Fußball sehen wollen.
Hier muss der DFB jetzt hart durchgreifen. Punkt.
Eine empfindliche Platzsperre für Dynamo Dresden ist nach diesem Eklat eigentlich alternativlos. Wer seinen Laden nicht im Griff hat und zulässt, dass Vermummte den Platz stürmen und Pyro wie Geschosse einsetzen, darf sich über harte Konsequenzen nicht wundern.
Fußballstadion oder Irrenhaus?
Nach diesem Abend fällt die Antwort leider erschreckend leicht aus.
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