Vor der Küste Zyperns ist am Sonntagnachmittag eine Passagierfähre mit rund 270 Menschen an Bord gekentert. Das Unglück ereignete sich nur wenige Kilometer vor der Hafenstadt Kyrenia im Norden der Insel.
Nach Angaben lokaler Medien befanden sich insgesamt 267 Menschen auf dem Schiff, darunter 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder.
Auf Aufnahmen vom Unglücksort ist zu sehen, wie die gekenterte Fähre mit dem Kiel nach oben im Mittelmeer treibt. Zahlreiche Passagiere konnten sich offenbar auf den Rumpf des Schiffes retten. Andere Menschen trieben mit Schwimmwesten im Wasser und warteten auf Hilfe.
Der Bürgermeister von Kyrenia, Murat Senkul, erklärte gegenüber dem türkischen Fernsehsender CNN Türk, dass zunächst 159 Personen gerettet worden seien.
Fähre nahm offenbar Wasser auf
Nach ersten Informationen war das Schiff kurz zuvor aus dem Hafen von Kyrenia ausgelaufen. Ziel der Fahrt war der türkische Hafen Taşucu.
Berichten zufolge handelt es sich bei dem Schiff um einen Katamaran. Rund sechs Kilometer vor der Küste soll die Fähre plötzlich Wasser aufgenommen haben und anschließend gekentert sein.
Warum es zu dem Unglück kam, ist bislang nicht geklärt.
Zum Zeitpunkt des Vorfalls soll lediglich mäßiger Seegang geherrscht haben.
Küstenwache und Militär im Einsatz
Unmittelbar nach Bekanntwerden des Unglücks begann eine groß angelegte Rettungsaktion.
Mehrere Boote der türkisch-zyprischen Küstenwache machten sich auf den Weg zur Unglücksstelle. Zusätzlich wurde ein Militärhubschrauber eingesetzt.
Auch weitere Schiffe und private Boote liefen aus Kyrenia aus, um bei der Rettung der Passagiere zu helfen.
Die Einsatzkräfte konzentrierten sich zunächst darauf, Menschen aus dem Wasser sowie vom umgedrehten Schiffsrumpf aufzunehmen und sicher an Land zu bringen.
Ursache des Unglücks noch offen
Bislang gibt es keine gesicherten Informationen darüber, warum die Fähre innerhalb kurzer Zeit so viel Wasser aufnehmen konnte, dass sie kenterte.
Auch über mögliche Verletzte oder Vermisste lagen zunächst keine vollständigen Angaben vor.
Die Behörden dürften nach Abschluss der Rettungsarbeiten untersuchen, ob ein technischer Defekt, ein Schaden am Rumpf oder andere Ursachen zu dem schweren Zwischenfall geführt haben.
Fest steht bislang nur: Für die Menschen an Bord wurde eine gewöhnliche Überfahrt von Zypern in die Türkei innerhalb weniger Minuten zu einem dramatischen Kampf um die eigene Sicherheit.
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