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Papst Leo dementiert Trump-Bezug: „Tyrannen“-Passage war längst fertig

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Papst Leo hat Spekulationen zurückgewiesen, seine Kritik an „Tyrannen“ habe sich gegen US-Präsident Donald Trump gerichtet. An Bord des päpstlichen Fluges auf dem Weg nach Angola sagte der Pontifex am Samstag (18. April 2026), die betreffende Passage sei „vor zwei Wochen“ ausgearbeitet worden – also „lange bevor“ Trump sich zu ihm geäußert habe. Dass dies nun als erneuter Schlagabtausch mit dem Präsidenten gelesen werde, sei „nicht in meinem Interesse“.

Auslöser der Debatte war eine Rede während der Afrika-Reise, in der Leo beklagte, die Welt werde von „einer Handvoll Tyrannen“ verwüstet, während Milliarden in Kriege flössen. In den USA war das teils als indirekter Seitenhieb auf Trump interpretiert worden – auch deshalb, weil es kurz zuvor öffentlich zu Spannungen zwischen beiden gekommen war. Trump hatte den ersten US-geborenen Papst auf seiner Plattform Truth Social scharf attackiert und ihn unter anderem als „schwach bei Kriminalität“ sowie „schlecht für die Außenpolitik“ bezeichnet.

Zusätzlichen Wirbel erzeugte ein KI-Bild, das Trump als Jesus-ähnliche Figur zeigte und nach heftiger Kritik wieder gelöscht wurde. Reuters berichtet, Trump habe später erklärt, das Motiv sei als Arzt-Darstellung gemeint gewesen. Papst Leo wiederum steht seit Wochen wegen seiner deutlichen Kommentare zum Krieg zwischen den USA und Israel gegen Iran im Fokus – und hatte angekündigt, weiter für Frieden zu werben.

Politisch nahm der Pontifex am Wochenende zugleich Druck aus der Situation: Er sprach von einer „nicht ganz zutreffenden“ medialen Erzählung rund um seine Aussagen. US-Vizepräsident JD Vance reagierte versöhnlich und bedankte sich öffentlich für die Klarstellung – Konflikte würden in der Berichterstattung oft zugespitzt, die Realität sei komplizierter.

Inhaltlich setzte Leo seine Afrika-Agenda dennoch unvermindert fort. In Luanda prangerte er die Ausbeutung natürlicher Ressourcen an und kritisierte „Despoten und Tyrannen“, die Wohlstand versprächen, aber Leid, Umweltzerstörung und Tod hinterließen. Angola sei zwar ein bedeutender Ölproduzent, doch mehr als 30% der 36,6 Millionen Einwohner lebten laut Weltbank in extremer Armut.

Die Reise selbst zählt zu den logistisch anspruchsvollsten Papst-Touren der letzten Zeit: In zehn Tagen besucht Leo 11 Städte in vier Ländern (Algerien, Kamerun, Angola, Äquatorialguinea) und legt dabei rund 18.000 Kilometer mit 18 Flügen zurück. Die Wahl Afrikas unterstreicht auch das kirchliche Gewicht des Kontinents: Die Zahl der Katholiken in Afrika stieg laut vatikanischen Statistiken auf über 288 Millionen (2024) – gut ein Fünftel der Weltkirche.

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