Nach der Rekordjagd zum Ende der vergangenen Woche ist am deutschen Aktienmarkt zum Wochenauftakt Ernüchterung eingekehrt. Der DAX gibt am Montag deutlich nach und verliert am Nachmittag rund 0,9 Prozent auf etwa 26.330 Punkte. Belastet wird die Stimmung vor allem durch steigende Ölpreise und die erneute Verschärfung der geopolitischen Lage im Nahen Osten.
Damit legen die Anleger nach dem Rekordhoch zunächst den Rückwärtsgang ein. Noch am Freitag hatte der deutsche Leitindex bei 26.618,74 Punkten eine neue Bestmarke erreicht. Zum Start in die neue Woche nutzen Investoren das hohe Kursniveau nun teilweise für Gewinnmitnahmen.
Besonders stark unter Druck steht Siemens Energy. Die Aktie verliert rund 4,5 Prozent und bildet damit das Schlusslicht im DAX. Auch Vonovia zählt mit einem Minus von etwa drei Prozent zu den größten Verlierern. Rheinmetall gibt rund 2,5 Prozent ab, Heidelberg Materials verliert gut zwei Prozent.
Auffällig ist insbesondere die Schwäche der Immobilienwerte. Sie beschränkt sich nicht auf den DAX: Auch in der zweiten Börsenreihe stehen Unternehmen aus der Branche unter Verkaufsdruck.
Continental und Chemiewerte stemmen sich gegen den Trend
Trotz des schwachen Gesamtmarktes können sich einige DAX-Unternehmen dem Abwärtstrend entziehen. An der Spitze steht Continental mit einem Kursgewinn von gut zwei Prozent. Brenntag legt knapp 1,9 Prozent zu, Zalando gewinnt rund 1,8 Prozent. Auch BASF gehört mit einem Plus von etwa 1,6 Prozent zu den stärkeren Titeln.
Damit zeigen sich vor allem einzelne Aktien aus der Chemie-, Konsum- und Automobilbranche widerstandsfähig. Eine einheitliche Branchenbewegung gibt es allerdings nicht. Vielmehr konzentriert sich das Kaufinteresse auf ausgewählte Unternehmen.
Auch im MDAX überwiegen zum Wochenstart die negativen Vorzeichen. Für Aufmerksamkeit sorgt dort vor allem Lanxess. Die Aktie des Spezialchemiekonzerns gewinnt knapp vier Prozent und setzt sich damit deutlich vom schwächeren Gesamtmarkt ab. Auch Aumovio, Fuchs, Wacker Chemie und Traton können zulegen.
Auf der Verliererseite bestätigt sich dagegen die Schwäche des Immobiliensektors. Aroundtown und TAG Immobilien verlieren jeweils mehr als drei Prozent. Auch LEG Immobilien steht unter Druck. Hensoldt und TUI gehören ebenfalls zu den schwächeren Titeln der zweiten Börsenreihe.
Milliardenauftrag lässt OHB-Aktie abheben
Die spektakulärste Kursbewegung des Tages findet allerdings nicht im DAX oder MDAX, sondern in der dritten Börsenreihe statt. Die Aktie des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB schießt zeitweise um fast zehn Prozent nach oben und kann auch am Nachmittag einen Großteil der Gewinne verteidigen.
Auslöser ist ein Großauftrag im Volumen von knapp einer Milliarde Euro. OHB soll 18 Satellitenplattformen für das europäische Satellitenkommunikationssystem IRIS² entwickeln und bauen. Für Anleger ist die Nachricht ein starkes Signal für die weitere Geschäftsentwicklung des Raumfahrtkonzerns.
Hinter OHB gehört Sto mit einem Kursplus von rund vier Prozent zu den stärksten SDAX-Werten. Auch Dürr, Friedrich Vorwerk und ASTA Energy Solutions legen jeweils um mehr als zwei Prozent zu.
Am anderen Ende der Tabelle steht Redcare Pharmacy mit einem Abschlag von rund 3,4 Prozent. Evotec verliert etwa drei Prozent. Auch Douglas und Heidelberger Druckmaschinen geben jeweils ungefähr zwei Prozent nach.
Der SDAX als Ganzes zeigt sich dabei vergleichsweise stabil und bewegt sich am Nachmittag um die Marke von 19.000 Punkten. Die deutlichen Ausschläge einzelner Unternehmen schlagen sich damit nur begrenzt im Gesamtindex nieder.
Anleger nach Rekordhoch vorsichtiger
Das Gesamtbild am Frankfurter Aktienmarkt fällt zum Wochenauftakt somit verhalten aus. Nach dem Rekordhoch des DAX am Freitag nehmen Anleger Gewinne mit. Gleichzeitig sorgen die steigenden Ölpreise und die geopolitischen Risiken im Nahen Osten für zusätzliche Vorsicht.
Besonders unter Druck stehen Immobilienwerte, während einzelne Chemie- und Automobilaktien gegen den schwachen Markttrend zulegen können. Im MDAX sticht Lanxess positiv hervor. Der unangefochtene Börsenstar des Tages kommt jedoch aus dem SDAX: OHB sorgt mit seinem Milliardenauftrag und einem zeitweise zweistelligen Kurssprung für die mit Abstand auffälligste Unternehmensgeschichte des Handelstages.
Für den DAX bedeutet der Rücksetzer zunächst eine Verschnaufpause nach der jüngsten Rekordjagd. Entscheidend dürfte nun sein, ob sich die geopolitischen Spannungen und der Ölpreisanstieg als kurzfristige Belastungsfaktoren erweisen – oder ob sie den Anlegern auch in den kommenden Handelstagen die Kauflaune verderben.
Stand: Montag, 31. August 2026, vor dem Ende des Xetra-Handels. Die endgültigen Schlusskurse können von den genannten Zwischenständen abweichen.
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