Ab Juli 2025 tut sich einiges – für manche zum Vorteil, für andere zum Kopfschütteln. Die Rentner kriegen mehr Geld, die Bundestagsabgeordneten natürlich auch (Kaufkraft sichern ist schließlich Chefsache), und wer pflegt, darf sich jetzt flexibler erholen – wenn die Pflegezeit es denn erlaubt. Und: Steuererklärungen sind wieder pünktlich fällig, damit niemand denkt, Bürokratie würde etwa nachlassen. Ein Überblick über die wichtigsten „Sommerhits“ aus Berlin:
Rente: Mehr im Portemonnaie, mehr im Einkaufswagen (hoffentlich)
Rund 66 Euro mehr pro Monat für durchschnittliche Rentner – da lässt sich schon fast ein Wocheneinkauf bei steigenden Preisen mit bestreiten. Die 3,74 Prozent Erhöhung liegen immerhin über der Inflationsrate. Arbeitsminister Hubertus Heil nennt das „Leistungsgerechtigkeit“. Die Rentner nennen es vermutlich „endlich mal was“.
Opferrente: Weniger Papierkram, mehr Anerkennung
Die Opferrente für politische Häftlinge in der DDR wird auf 400 Euro erhöht – und künftig automatisch angepasst. Die Bedürftigkeitsprüfung fällt weg. Endlich werden Menschen entschädigt, ohne sich dafür erst durch 37 Formulare und einen psychologischen Belastungstest kämpfen zu müssen.
Pflege: Mehr Geld für weniger Zeit – theoretisch
Pflegekräfte dürfen sich über mehr Mindestlohn freuen: 20,50 Euro pro Stunde für Profis, immerhin über 16 Euro auch für Helfer. Bleibt zu hoffen, dass es nicht nur auf dem Papier besser aussieht, sondern auch auf der Gehaltsabrechnung. Pflegebedürftige Angehörige dürfen sich außerdem etwas flexibler vertreten lassen – also theoretisch auch mal Urlaub machen. Theoretisch.
Abgeordnete: Auch Volksvertreter müssen tanken
Die Diäten im Bundestag steigen – um exakt die 5,4 Prozent, um die auch die Nominallöhne gestiegen sind. Praktisch, wenn man sich seine eigene Gehaltserhöhung gesetzlich festlegen kann. Ab Juli gibt’s nun rund 11.833 Euro pro Monat. Das reicht locker für Miete, Strom – und ein paar neue Sneaker fürs politische Parkett.
Journalisten in Zeitschriften: Es geht bergauf – in kleinen Schritten
Nach zähen Verhandlungen bekommen Redakteur:innen von Zeitschriften 160 Euro mehr im Monat – ab Juli. Die nächste Runde? Irgendwann bis 2027. Immerhin: Wer bis dahin durchhält, hat den Kaffee fürs Redaktionsmeeting sicher.
Steuerpflichtige: Sommerzeit ist Schwitzzeit – auch beim Finanzamt
Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2024 endet am 31. Juli. Wer Steuerberater hat, darf sich bis April 2026 freuen – oder eben ein paar Monate länger prokrastinieren. Pandemie-Ausreden zählen nicht mehr, sagt das Finanzamt. Für Landwirte gibt’s wie immer Spezialregeln – irgendwo muss die Bürokratie ja noch leben.
Fazit: Der Juli bringt Bewegung ins Land – jedenfalls auf dem Konto.
Ob Sie pflegen, politisieren, Rentner sind oder mit schwitzigen Händen Ihre Steuer sortieren: Irgendwas ändert sich bestimmt. Willkommen im deutschen Reformsommer.
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