Als Fortuna-Fan muss man ehrlich sagen: Die Verpflichtung von Samir Arabi macht erstmal Hoffnung. Nach diesem sportlichen Desaster und dem Absturz in die 3. Liga braucht der Verein endlich wieder jemanden mit Fußball-Sachverstand, Erfahrung und der Fähigkeit, Mannschaften neu aufzubauen. Genau das bringt Arabi mit.
Er kennt schwierige Situationen, kennt den Druck im Profifußball und weiß vor allem, wie man Teams entwickelt. Gerade nach diesem Chaos der vergangenen Monate wirkt seine Verpflichtung absolut nachvollziehbar. Viele Fortuna-Fans dürften deshalb erstmal erleichtert sein, dass der Verein zumindest im sportlichen Bereich offenbar verstanden hat, dass ein kompletter Neustart nötig ist.
Aber genau hier beginnt auch die große Frage, die viele Fans aktuell wütend macht:
Warum gibt es eigentlich im restlichen Vorstand keinerlei Konsequenzen?
Denn machen wir uns nichts vor: Der Abstieg in die 3. Liga ist kein normaler Betriebsunfall gewesen. Dieser Verein war vor nicht allzu langer Zeit noch kurz vor dem Bundesliga-Aufstieg – und jetzt steht Fortuna plötzlich in Liga drei. So ein Absturz passiert nicht einfach zufällig. Dahinter stecken jahrelange Fehlentscheidungen, schlechte Kaderplanung, Unruhe und fehlende sportliche Führung.
Und trotzdem wird ausgerechnet Vorstandschef Alexander Jobst jetzt sogar noch vorzeitig verlängert.
Als Fan versteht man das einfach nicht mehr.
Natürlich mag Jobst wirtschaftlich gute Arbeit geleistet haben. Aber Fußballvereine leben am Ende nicht von PowerPoint-Präsentationen oder schönen Strategiepapiere, sondern vom sportlichen Erfolg. Und sportlich ist Fortuna in den letzten Jahren Schritt für Schritt eingebrochen.
Gerade deshalb wirkt diese Verlängerung wie ein völlig falsches Signal. Während die Mannschaft und der sportliche Bereich komplett umgebaut werden, bleibt die Führungsetage praktisch unangetastet. Als hätte der Vorstand mit der aktuellen Misere überhaupt nichts zu tun.
Viele Fortuna-Fans haben genau davor Angst: Dass sich trotz neuem Sportchef am Ende strukturell überhaupt nichts verändert.
Denn genau das hat man in Düsseldorf in den vergangenen Jahren zu oft erlebt. Neue Trainer. Neue Sportdirektoren. Neue Spieler. Aber die eigentlichen Probleme im Verein bleiben bestehen. Immer wieder fehlte eine klare sportliche Linie. Immer wieder wurden Entscheidungen getroffen, die im Nachhinein kaum nachvollziehbar waren.
Samir Arabi bekommt jetzt eine Mammutaufgabe. Er muss nicht nur eine Mannschaft für die 3. Liga zusammenbauen, sondern auch wieder Vertrauen herstellen – bei Fans, Spielern und dem gesamten Umfeld.
Und trotzdem bleibt dieses ungute Gefühl.
Die Hoffnung ist natürlich da, dass Arabi tatsächlich einen echten Neustart einleiten kann. Dass Fortuna endlich wieder eine Mannschaft bekommt, die Leidenschaft, Mentalität und Identifikation ausstrahlt. Denn genau das hat zuletzt komplett gefehlt.
Aber die Sorge bleibt ebenso groß, dass der Verein wieder nur Symptome bekämpft, statt endlich die eigentlichen Ursachen der Krise anzugehen.
Als Fortuna-Fan kann man im Moment deshalb nur hoffen, dass sich die Fehler der vergangenen Jahre nicht erneut wiederholen. Denn noch eine Saison voller Chaos, Enttäuschung und schlechter Entscheidungen könnte den Verein langfristig schwer beschädigen.
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