Die Spannungen im Nahen Osten wirken sich zunehmend auf den internationalen Handel aus. Nachdem in der Nacht drei weitere Frachtschiffe im Persischen Golf angegriffen wurden, stieg der Ölpreis zeitweise wieder auf rund 100 US-Dollar pro Barrel.
Die Preissteigerung erfolgte trotz eines Versuchs mehrerer Staaten, die Märkte zu beruhigen. 32 Länder hatten am Mittwoch vereinbart, rund 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven freizugeben, um mögliche Lieferengpässe abzufedern.
Nach Angaben von Behörden und Schifffahrtsüberwachern wurden zwei Öltanker nahe der irakischen Küste von einem bislang unbekannten Geschoss getroffen. Ein weiteres Schiff, ein Frachter, wurde in der Nähe der Vereinigten Arabischen Emirate angegriffen.
Ein Tanker geriet nach dem Angriff in Brand, Bilder zeigen starken Rauch über dem beschädigten Schiff. Bei einem der Angriffe kam ein Besatzungsmitglied ums Leben, während die übrigen Crewmitglieder gerettet werden konnten. Die Besatzungen der anderen Schiffe blieben nach bisherigen Informationen unverletzt.
Nach Angaben der internationalen Schifffahrtsüberwachung wurden seit Beginn des Krieges am 28. Februar bereits 16 Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf, in der Straße von Hormus und im Golf von Oman gemeldet.
Die Lage ist besonders kritisch, weil viele Schiffe durch die Straße von Hormus fahren müssen – eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Ein großer Teil des globalen Ölhandels sowie zahlreiche andere Rohstoffe werden über diese Meerenge transportiert.
Neben Öl betrifft die Blockade auch andere wichtige Rohstoffe. Dazu gehört etwa Schwefel, der für Dünger, Halbleiterproduktion, Nickelraffination und Kupferverarbeitung benötigt wird. Rund die Hälfte des weltweit verschifften Schwefels wird über diese Route transportiert. Bereits in der vergangenen Woche stiegen die Preise für Schwefel in China um etwa 15 Prozent.
Parallel zu den Angriffen auf Schiffe dauern die militärischen Auseinandersetzungen in der Region an. Israel meldete eine groß angelegte Angriffswelle auf Ziele im Iran, während im Libanon bei neuen israelischen Luftangriffen mehrere Menschen getötet wurden, darunter mindestens acht Personen in Beirut.
Gleichzeitig wurden iranische Angriffe in mehreren Ländern der Region gemeldet, darunter im Irak und in Kuwait. Auch in Dubai wurde ein Hochhaus offenbar durch einen Drohnenangriff beschädigt.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwochabend dennoch, er gehe davon aus, dass der Ölpreis wieder sinken werde. „Der Preis wird fallen – stärker, als viele es erwarten“, sagte er.
Trotz dieser Einschätzung bleibt die Lage auf den Energiemärkten angespannt. Experten warnen, dass weitere Angriffe auf Schiffe oder eine längere Störung der Handelsrouten die Preise für Energie und wichtige Rohstoffe weltweit weiter steigen lassen könnten.
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