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Neue Akten belasten Prinz Andrew – Queen wollte ihn unbedingt als Handelsbotschafter

eduardovieiraphoto (CC0), Pixabay
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Prinz Andrew sorgt in Großbritannien erneut für Schlagzeilen. Neu veröffentlichte Regierungsakten zeigen jetzt, wie stark sich die verstorbene Queen Elizabeth II. persönlich dafür eingesetzt hatte, ihren Sohn im Jahr 2000 zum britischen Handelsbotschafter zu machen.

Die Dokumente werfen dabei nicht nur ein neues Licht auf die Rolle des Herzogs von York, sondern zeigen auch, wie eng Monarchie, Politik und Staatsinteressen damals miteinander verflochten waren.

Die Queen war „sehr daran interessiert“

Aus den jetzt veröffentlichten Unterlagen geht hervor, dass die Queen ihren Sohn unbedingt in einer prominenten Rolle zur Förderung britischer Interessen sehen wollte.

In einem internen Memorandum an den damaligen Außenminister Robin Cook schrieb ein hochrangiger Handelsbeamter damals wörtlich, die Monarchin sei „sehr daran interessiert“, dass Andrew die Position übernehme.

Die Aufgabe passte aus Sicht des Palastes perfekt zu Andrews damaligem Karriereende bei der Royal Navy. Außerdem habe es innerhalb der Königsfamilie praktisch keinen anderen geeigneten Kandidaten gegeben.

Mit anderen Worten:
Der Job wirkte weniger wie ein normales Auswahlverfahren und eher wie eine royale Familienlösung mit Staatsbudget.

„Bitte keine Golftermine“

Besonders kurios wirken einige Details aus den freigegebenen Akten.

So heißt es in einem Vermerk eines britischen Diplomaten, Andrew habe eine Vorliebe für „eher anspruchsvolle Länder“ gehabt. Welche Länder damit gemeint waren, bleibt offen – aber vermutlich dachte niemand an einen Wirtschaftsgipfel in einem Gewerbegebiet von Birmingham.

Auch andere Wünsche des Prinzen wurden offenbar sorgfältig berücksichtigt.

So bat sein damaliger Privatsekretär ausdrücklich darum, Andrew bei Auslandsreisen keine Golfveranstaltungen anzubieten. Golf sei für den Prinzen eine „private Aktivität“.

Was fast ein bisschen klingt wie:
Bitte keine Arbeit während der Freizeitbeschäftigung.

Medienstrategie statt spontane Besuche

Die Unterlagen zeigen außerdem, wie stark Andrews öffentliche Auftritte damals kontrolliert wurden.

In internen Regierungsmitteilungen wurde ausdrücklich auf eine „sorgfältige und teilweise strenge Mediensteuerung“ hingewiesen. Jede Reise sollte von Anfang an mit einer Kommunikationsstrategie begleitet werden.

Das überrascht heute kaum noch. Denn schon damals galt Andrew innerhalb des Königshauses als schwieriger PR-Faktor mit Hang zu unangenehmen Schlagzeilen.

Epstein-Schatten hängt weiter über Andrew

Die Veröffentlichung der Akten erfolgt zu einem politisch äußerst heiklen Zeitpunkt.

Nur wenige Tage zuvor war Andrew im Zusammenhang mit Ermittlungen rund um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein vorübergehend festgenommen und später wieder unter Auflagen entlassen worden.

Andrew bestreitet weiterhin jegliches Fehlverhalten und weist Vorwürfe zurück, persönliche Vorteile aus seiner Rolle als Handelsbotschafter gezogen zu haben.

Trotzdem bleibt sein Name seit Jahren eng mit dem Epstein-Skandal verbunden – und genau deshalb wirken viele der jetzt veröffentlichten Dokumente plötzlich deutlich unangenehmer als vermutlich ursprünglich gedacht.

Luxusreisen und Massagen auf Staatskosten?

Zusätzliche Brisanz erhielt die Debatte bereits Anfang des Jahres durch Aussagen ehemaliger Beamter.

Whistleblower behaupteten gegenüber der BBC, Andrew habe während seiner Zeit als Handelsvertreter teilweise überhöhte Reisekosten sowie sogar Massagen über den Steuerzahler abrechnen lassen.

Offiziell hieß es in Regierungsunterlagen zwar stets, der Prinz habe kein Gehalt erhalten. Seine Reisen, Ausgaben und Mitarbeiterkosten seien jedoch vollständig übernommen worden.

Was in royaler Übersetzung meistens bedeutet:
Nicht bezahlt worden – aber auch nie selbst bezahlt.

Regierung spricht von „Ausnahmefall“

Dass die Akten überhaupt veröffentlicht wurden, gilt bereits als ungewöhnlich. Normalerweise bleiben Gespräche zwischen Regierung und Königshaus streng vertraulich.

Die britische Regierung begründete die Veröffentlichung deshalb ausdrücklich als „Ausnahmefall“.

Allerdings sind zahlreiche Passagen in den Dokumenten weiterhin geschwärzt. Offiziell zum Schutz persönlicher Daten und internationaler Beziehungen.

Oder weniger diplomatisch formuliert:
Wahrscheinlich stehen dort genau die Stellen, die heute besonders peinlich wären.

Ein weiterer Imageschaden für die Royals

Für das britische Königshaus kommt die Affäre zur denkbar schlechtesten Zeit. Die Royals kämpfen ohnehin seit Jahren mit Vertrauensverlust, internen Konflikten und Dauerkrisen.

Die neuen Dokumente verstärken nun erneut den Eindruck, dass Prinz Andrew seine Position weniger aufgrund besonderer Fähigkeiten erhielt – sondern vor allem, weil seine Mutter Königin war.

Und genau das dürfte die Debatte über Privilegien, Macht und Verantwortung innerhalb der Monarchie weiter anheizen.

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