Startseite Allgemeines „Nachhaltige Ernährung ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit“ – Ein Interview mit der Ernährungsexpertin Jessica L.
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„Nachhaltige Ernährung ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit“ – Ein Interview mit der Ernährungsexpertin Jessica L.

silviarita (CC0), Pixabay
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Frau L., Lebensmittel müssen heutzutage nicht nur lecker und nahrhaft, sondern auch nachhaltig sein. Wie verändert sich die Lebensmittelindustrie, um diesen Anforderungen gerecht zu werden?

Jessica L.: Wir stehen vor einer gewaltigen Herausforderung: Bis 2050 wird die Weltbevölkerung um 500 Millionen Menschen wachsen, gleichzeitig müssen wir unsere Umwelt schonen. Unternehmen wie Cargill arbeiten daher mit Landwirten, Lebensmittelherstellern und Händlern zusammen, um nachhaltige Anbaumethoden zu fördern, Lebensmittel effizienter zu transportieren und gesündere Produkte zu entwickeln.

Was bedeutet das konkret für Landwirte und Produzenten?

Jessica L.: Landwirte setzen zunehmend auf regenerative Landwirtschaft. Das bedeutet, dass sie Methoden wie reduzierte Bodenbearbeitung oder Zwischenfrüchte nutzen, um die Bodengesundheit zu verbessern, Wasserressourcen zu schonen und die Artenvielfalt zu fördern. Cargill unterstützt Landwirte dabei, diese Techniken auf 10 Millionen Hektar Land in Nordamerika bis 2030 auszuweiten. Letztes Jahr wurden bereits 1,1 Millionen Hektar nachhaltig bewirtschaftet.

Wie sieht es mit der Fleischproduktion aus? Die Umweltbilanz von Rindfleisch steht oft in der Kritik.

Jessica L.: Die US-Rindfleischindustrie hat ihren CO₂-Fußabdruck seit 1960 um über 40 % gesenkt, während sie 66 % mehr Fleisch produziert. Programme wie „BeefUp Sustainability“ helfen dabei, nachhaltige Praktiken wie Weidewechsel und Graslandrestauration zu etablieren. Diese Maßnahmen binden CO₂ im Boden, verbessern die Wasserverfügbarkeit und schützen die Ökosysteme.

Neben der Produktion spielt auch der Transport von Lebensmitteln eine Rolle für die Nachhaltigkeit. Gibt es hier Innovationen?

Jessica L.: Absolut! Cargill betreibt über 700 Frachtschiffe weltweit und arbeitet daran, den Transport umweltfreundlicher zu gestalten. Ein Beispiel sind Frachtschiffe mit Windunterstützung, die Treibstoff sparen und Emissionen senken. Zudem wird mit Winter-Kamelina geforscht, einer Pflanze für Biokraftstoffe, die zwischen den Ernten wächst und Landwirten eine zusätzliche Einkommensquelle bietet.

Wie sieht es auf Verbraucherseite aus? Welche Trends prägen den Markt?

Jessica L.: Viele Menschen achten verstärkt auf gesunde und nachhaltige Ernährung. Cargill hat beispielsweise McDonald’s dabei geholfen, bereits 2023 vollständig auf käfigfreie Eier umzustellen – zwei Jahre früher als geplant. Auch alternative Süßungsmittel sind im Kommen: Stevia-Produkte wie Truvia® und EverSweet® ermöglichen kalorienreduzierte Lebensmittel ohne Geschmackseinbußen.

Trotz aller Fortschritte gibt es weltweit noch immer Hunger. Wie kann die Industrie helfen?

Jessica L.: Die Zahlen sind erschreckend: 840 Millionen Menschen gehen jeden Abend hungrig ins Bett, darunter 14 Millionen Kinder. Cargill engagiert sich hier stark und hat letztes Jahr 34 Millionen Mahlzeiten an Bedürftige verteilt. Solche Initiativen zeigen, dass nachhaltige Ernährung nicht nur die Umwelt schützt, sondern auch die Ernährungssicherheit weltweit verbessert.

Was ist Ihr Fazit?

Jessica L.: Nachhaltige Ernährung ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Wir müssen Wege finden, mehr Menschen mit nahrhaften Lebensmitteln zu versorgen, ohne dabei unsere natürlichen Ressourcen zu überlasten. Die gute Nachricht ist: Durch Innovation, Zusammenarbeit und bewusstere Konsumentscheidungen sind wir auf dem richtigen Weg.

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