Die neue automatische Ball-Strike-Challenge der Major League Baseball sollte eigentlich menschliche Fehler reduzieren. Doch ausgerechnet ein Schiedsrichter sorgt nun dafür, dass über das System heftig diskutiert wird.
Im Spiel der New York Mets kam es zu einer kuriosen Szene rund um Spieler Brett Baty – und zu einer Challenge, die dieser offenbar gar nicht beantragt hatte.
Umpire startet Challenge ohne echten Antrag
Während des Spiels gegen die Baltimore Orioles hob Mets-Infielder Brett Baty im sechsten Inning kurz den rechten Arm. Offenbar wollte er lediglich an seine Kappe greifen.
Homeplate-Umpire Junior Valentine interpretierte die Bewegung jedoch sofort als offiziellen Antrag auf eine Überprüfung des Calls.
Obwohl Baty protestierte und deutlich machte, dass er keine Challenge wollte, blieb der Schiedsrichter bei seiner Entscheidung.
Der Strike wurde nach Überprüfung bestätigt – und die Mets verloren gleichzeitig eine ihrer Challenges.
TV-Bilder zeigen: Baty berührte nie seinen Helm
Die Fernsehbilder zeigten später deutlich, dass Baty seinen Helm überhaupt nicht berührte.
Nach den MLB-Regeln müssen Batter, Pitcher oder Catcher innerhalb von zwei Sekunden ein klares Signal für eine Challenge geben. Üblicherweise geschieht dies durch ein Tippen auf den Helm.
Mets-Manager Carlos Mendoza diskutierte anschließend heftig mit dem Schiedsrichter – ohne Erfolg.
Die Entscheidung liege letztlich im Ermessen des Umpires, hieß es.
Kritik am neuen ABS-System wächst
Das sogenannte ABS-System („Automated Ball-Strike System“) wurde eingeführt, um Fehlentscheidungen bei Balls und Strikes zu reduzieren.
Doch nur sieben Wochen nach Einführung zeigt sich bereits:
Der Mensch bleibt weiterhin ein Unsicherheitsfaktor.
Bereits wenige Tage zuvor hatte es ähnliche Diskussionen gegeben, als ein Schiedsrichter Challenges der Baltimore Orioles und der Oakland Athletics verweigerte.
Brett Baty erneut im Mittelpunkt
Für Brett Baty ist es bereits der zweite ungewöhnliche Vorfall rund um das neue System.
Zu Beginn der Saison war er der erste MLB-Spieler überhaupt, bei dem ein Walk bei bases loaded nach Überprüfung in einen dritten Strike umgewandelt wurde – und damit das Inning endete.
Nun verlor er eine Challenge, die er nach eigener Aussage nie beantragt hatte.
MLB wollte Fehler reduzieren – Diskussionen bleiben
Die Szene zeigt, dass auch modernste Technik menschliche Interpretationen nicht vollständig ausschließen kann.
Eigentlich sollte das System Diskussionen vermeiden und die Fairness erhöhen. Stattdessen sorgt es momentan selbst regelmäßig für neue Debatten innerhalb der MLB.
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