Es gibt im Fußball Menschen, die bauen Vereine auf. Es gibt Menschen, die entwickeln Visionen. Und dann gibt es Hasan Ismaik.
Seit 14 Jahren begleitet der Jordanier den TSV 1860 München. 14 Jahre voller Versprechen, Ankündigungen, Interviews, Schuldzuweisungen, Machtkämpfe und Dramen. Was hingegen erstaunlich selten vorkam: nachhaltiger sportlicher Erfolg.
Als Ismaik 2011 einstieg, träumten viele Löwen-Fans von der Bundesliga. Von neuen Stadien. Von europäischen Nächten. Von einer Rückkehr zu alter Größe.
2026 ist man stattdessen in der Regionalliga angekommen.
Herzlichen Glückwunsch.
Die Kunst, 80 Millionen Euro zu versenken
Rund 80 Millionen Euro soll Ismaik in den Verein investiert haben. Eine Summe, mit der andere Klubs aufsteigen, Stadien bauen oder zumindest ein paar Jahre professionell arbeiten würden. Bei 1860 reichte das Geld dagegen vor allem dafür, regelmäßig neue Krisen zu finanzieren.
Nach 14 Jahren Ismaik lautet die Bilanz:
- Keine Bundesliga.
- Keine 2. Liga.
- Keine Stabilität.
- Keine Ruhe.
- Dafür Regionalliga Nummer zwei.
Das muss man auch erst einmal schaffen.
Der Mann, der immer Recht hat
Das Faszinierende an der Ismaik-Ära ist ihre Konstanz.
Trainer kommen und gehen.
Präsidenten kommen und gehen.
Geschäftsführer kommen und gehen.
Spieler kommen und gehen.
Nur die Krisen bleiben.
Und natürlich Hasan Ismaik.
Irgendwie sind immer die anderen schuld. Die Vereinsführung. Die Fans. Die Medien. Der DFB. Das Wetter. Vermutlich demnächst noch die Erdrotation.
Nur der Mann, unter dessen Verantwortung der Verein sportlich immer tiefer sinkt, soll mit all dem nichts zu tun haben.
Das Meisterwerk der Selbstzerstörung
Der Höhepunkt kam nun mit der Kündigung des Darlehens, das für die Lizenz notwendig war. Ausgerechnet der Mehrheitseigner führte den eigenen Klub an den Rand des Abgrunds. Die fehlenden 2,7 Millionen Euro wurden nicht überwiesen, die Lizenz war weg, die Regionalliga besiegelt.
Man stelle sich vor:
Ein Hausbesitzer zieht seinem eigenen Haus das Fundament weg und erklärt anschließend, dies sei ein wichtiger Schritt für eine stabile Zukunft.
Genau so klingt Ismaiks Aussage, man müsse manchmal einen Schritt zurückgehen, um eine solide Zukunft aufzubauen.
Bei 1860 besteht dieser „Schritt zurück“ inzwischen allerdings aus mehreren Kilometern.
Flughafen-Fanshop statt Profifußball
Besonders symbolisch wirkt die neue Realität der Löwen.
Während der Verein in die vierte Liga abstürzt, eröffnet am Münchner Flughafen feierlich ein offizieller Fanshop.
Das passt perfekt.
Sportlich geht es nach Buchbach und Eichstätt.
Aber der Fanshop steht international.
Vielleicht ist das die neue Vision.
Champions-League-Merchandising bei Regionalliga-Fußball.
Die Leidtragenden
Die eigentlichen Verlierer sind nicht die Funktionäre.
Nicht die Investoren.
Nicht die Berater.
Es sind die Fans.
Diejenigen, die Dauerkarten gekauft haben, in der Hoffnung auf die 3. Liga. Diejenigen, die seit Jahren jede neue Rettungsgeschichte glauben wollen. Diejenigen, die selbst nach all den Abstürzen noch ins Grünwalder Stadion pilgern.
Sie haben Bundesliga erlebt.
Sie haben Meisterschaften erlebt.
Sie haben Europapokal erlebt.
Und heute müssen sie sich fragen, ob ihr Verein überhaupt zahlungsfähig bleibt.
Das eigentliche Problem
Die traurige Wahrheit lautet:
Mit Hasan Ismaik wird 1860 niemals erfolgreich werden.
Nicht weil er kein Geld hätte.
Nicht weil er keine Ambitionen hätte.
Sondern weil seit 14 Jahren jede Chance auf Ruhe, Einheit und Entwicklung in persönlichen Machtkämpfen versinkt.
Erfolg entsteht im Fußball durch Vertrauen, Kontinuität und gemeinsame Ziele.
Bei 1860 entstehen seit Jahren vor allem Pressemitteilungen.
Und so steht der einstige Deutsche Meister 60 Jahre nach seinem größten Triumph wieder vor einem Scherbenhaufen.
Der Verein braucht einen Neuanfang.
Vor allem aber braucht er endlich eines:
Eine Zukunft ohne Hasan Ismaik
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