Es gibt Nachrichten, bei denen man zweimal hinsauen muss. Und dann noch ein drittes Mal. Genau so ging es mir, als ich die Veröffentlichung des Amtsgerichts München gelesen habe: Für die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA wurde unter dem Aktenzeichen 1502 IN 2387/26 eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wurde bestellt, Verfügungen des Unternehmens sind nur noch mit dessen Zustimmung wirksam.
Als Fan der Löwen fällt einem in so einem Moment der Kinnladen herunter.
Wie konnte es nur so weit kommen? Was ist aus diesem großartigen Traditionsverein geworden? Ein Klub mit einer riesigen Geschichte, einer einzigartigen Fanbasis und einer Strahlkraft weit über München hinaus steht nun erneut vor einer ungewissen Zukunft.
Unweigerlich richtet sich der Blick auf die vergangenen Jahre – und damit auch auf Investor Hasan Ismaik. Seit seinem Einstieg wurde immer wieder versprochen, dass 1860 München wieder dorthin geführt werden soll, wo der Verein hingehört. Stattdessen gab es gefühlt einen endlosen Streit, Machtkämpfe, Personalwechsel, öffentliche Schlammschlachten und sportliche Rückschläge.
Als Fan fragt man sich heute: Was ist von diesen Versprechen eigentlich geblieben?
Natürlich ist eine vorläufige Insolvenzverwaltung noch nicht das Ende des Vereins. Sie bedeutet auch nicht automatisch, dass der Spielbetrieb eingestellt wird. Vielmehr dient sie dazu, das Vermögen zu sichern, während geprüft wird, wie es weitergeht. Dennoch ist allein dieser Schritt für einen Verein wie 1860 München ein Schock.
Und jetzt beginnen die Fragen, die wohl jeden Löwen-Fan beschäftigen.
Wie geht es sportlich weiter? Bleibt der Kader zusammen? Können Verträge erfüllt werden? Gibt es überhaupt Planungssicherheit für Trainer, Spieler und Mitarbeiter? Was passiert mit Sponsoren? Welche Auswirkungen hat das auf die kommende Saison?
Vor allem aber stellt sich die Frage, ob es endlich einen echten Neuanfang geben kann.
Die Fans haben den Verein in den vergangenen Jahren getragen. Egal ob Bundesliga, 3. Liga oder Regionalliga – die Anhänger standen immer hinter ihren Löwen. Sie haben Karten gekauft, Auswärtsfahrten auf sich genommen und das Grünwalder Stadion zu einer Festung gemacht. Verdient hätten sie endlich einmal Ruhe, Professionalität und eine sportliche Perspektive.
Stattdessen herrscht wieder Unsicherheit.
Vielleicht ist diese Insolvenz auch der Moment, an dem endlich alle Beteiligten erkennen, dass persönliche Interessen hinter dem Wohl des Vereins zurückstehen müssen. Denn eines ist klar: Der TSV 1860 München ist weit mehr als eine Kapitalgesellschaft. Er ist für Tausende Menschen ein Stück Heimat.
Und genau deshalb schmerzt diese Nachricht so sehr. Nicht wegen eines Aktenzeichens oder eines Gerichtsbeschlusses – sondern weil man sich als Löwen-Fan fragt: Wann dürfen wir endlich wieder nur über Fußball sprechen?
Im Pentagon scheint inzwischen weniger über Verteidigungsstrategien gesprochen zu werden als über...
BeiDie RedaktionDienstag, 30.06.2026Frage: Herr Reime, derzeit wird die Aktie von MAX Power Mining mit...
BeiDie RedaktionDienstag, 30.06.2026Indiens Kapitalmarkt steht vor einem historischen Moment: Mit Jio Platforms, der Digitalsparte...
BeiDie RedaktionDienstag, 30.06.2026Der Fall der Frauen im US-Todestrakt wirft eine unbequeme Frage auf: Darf...
BeiDie RedaktionDienstag, 30.06.2026
Kommentar hinterlassen