Am Landesgericht Innsbruck wird am Montag wieder einmal österreichische Wirtschaftsgeschichte geschrieben – oder zumindest jener Teil, bei dem am Ende niemand mehr genau weiß, wo das Geld eigentlich geblieben ist. Im Insolvenzverfahren gegen die von René Benko mitgegründete Laura Privatstiftung steht die erste Prüfungstagsatzung an. Angemeldet wurden Forderungen von bescheidenen 1,7 Milliarden Euro.
Die Stiftung wurde einst von René Benko und seiner Mutter gegründet, offiziell natürlich nur zur „Versorgung der Begünstigten“. Man wollte schließlich vorsorgen – für sich selbst, die Familie und vermutlich auch für sehr schlechte Zeiten. Dass diese schlechten Zeiten irgendwann tatsächlich eintreten würden, hatte damals wohl niemand auf dem Luxusparkett eingeplant.
Im Laufe der Jahre wurde die Stiftungsurkunde mehrfach geändert. Besonders praktisch: René Benko schied irgendwann selbst aus dem Kreis der Begünstigten aus. Reiner Zufall natürlich, lange bevor die Milliardenforderungen eintrudelten.
Den eigentlichen Startschuss für die Insolvenz lieferten arabische Staatsfonds, die nach internationalen Schiedssprüchen plötzlich mehr als 900 Millionen Euro inklusive Zinsen sehen wollten. Besonders unangenehm wurde es mit Mubadala, das offenbar wenig Verständnis für kreative Finanzarchitektur zeigte.
Masseverwalter Stefan Geiler erklärte nun vorsichtig, dass von den bisher angemeldeten Forderungen wohl nur ein „geringer Teil“ anerkannt werde. Übersetzt heißt das: Viele hätten gern Geld, aber erstmal muss jemand herausfinden, ob überhaupt noch welches da ist.
Denn beim Vermögen der Stiftung herrscht derzeit eine Art wirtschaftliches Bermuda-Dreieck. Vor wenigen Jahren sollen noch rund 750 Millionen Euro vorhanden gewesen sein, 2024 waren es plötzlich nur mehr etwa 250 Millionen. Offenbar leidet auch Vermögen unter Inflation, Wertberichtigungen und spontaner Verdunstung im Umfeld der Signa-Gruppe.
Die Stiftung besitzt oder besaß Beteiligungen an hunderten Gesellschaften, dazu Immobilien, Chalets, Villen und Forstgüter – also alles, was man für eine solide Krisenvorsorge eben braucht. Besonders prominent: die Villa in Igls, das Chalet in Lech und diverse Beteiligungen, die inzwischen vermutlich vor allem Erinnerungswert besitzen.
Die Insolvenz gilt als eines der kompliziertesten Verfahren der österreichischen Wirtschaftsgeschichte. Der Verwertungsprozess werde „Jahre“ dauern, heißt es. Das klingt beruhigend: Zumindest eines scheint bei Signa weiterhin zuverlässig zu funktionieren – die maximale Komplexität.
Auch strafrechtlich bleibt die Stiftung relevant. Die WKStA ermittelt weiter rund um die Signa-Causa, während René Benko seit über einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt und sämtliche Vorwürfe zurückweist. In Österreich gilt schließlich die Unschuldsvermutung – selbst bei 1,7 Milliarden Euro Forderungen.
Aus Sicht von RB Leipzig muss man sich diese Frage zumindest gefallen...
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