Mal ehrlich: Für den FC Bayern gibt es eigentlich jedes Jahr nur drei Fragen.
Werden wir Deutscher Meister? Holen wir den DFB-Pokal? Und ist diesmal endlich wieder die Champions League drin?
Die Antwort lautet wie immer: Ja! Zumindest bis zum ersten Unentschieden gegen Augsburg…
Doch diesmal fühlt sich vieles anders an. Vincent Kompany geht in seine zweite Saison, der Kader wurde gezielt verändert und an der Säbener Straße scheint man endlich wieder einen klareren Plan zu verfolgen.
Bundesliga: Alles außer Platz eins wäre eine Enttäuschung
Bayer Leverkusen bleibt gefährlich.
Borussia Dortmund wird wieder angreifen.
RB Leipzig möchte unter neuem Trainer überraschen.
Aber seien wir ehrlich…
Wenn Bayern mit Harry Kane, Jamal Musiala, Michael Olise und einem fitten Kader nicht Meister wird – wann dann?
Der Anspruch des Rekordmeisters lautet nicht Platz zwei.
Der Anspruch lautet: Schale zurück nach München.
Champions League: Schluss mit den Ausreden
Seit dem Triumph 2020 warten die Bayern-Fans sehnsüchtig auf den nächsten Henkelpott.
Jedes Jahr gibt es eine neue Erklärung.
Mal fehlte ein Verteidiger.
Mal war der Schiedsrichter schuld.
Mal war Manchester City einfach zu gut.
Jetzt zählt nichts mehr.
Mit Harry Kane besitzt Bayern einen der besten Stürmer der Welt, Musiala gehört zu Europas größten Ausnahmetalenten, Michael Olise entwickelt sich immer mehr zum Unterschiedsspieler – und Kompany hatte inzwischen genügend Zeit, seine Spielidee zu verankern.
Das Viertelfinale darf nicht mehr das Ziel sein.
Halbfinale ist Pflicht – Finale das erklärte Ziel.
DFB-Pokal: Bitte keine Blamage mehr
Der Pokal…
Dieses Turnier entwickelt sich für Bayern inzwischen regelmäßig zur Horror-Show.
Mal Saarbrücken.
Mal Kiel.
Mal irgendein Drittligist, der plötzlich aussieht wie Real Madrid.
Es wäre schön, wenn Bayern zur Abwechslung wieder das täte, was Bayern jahrzehntelang ausgezeichnet hat:
Einfach alle schlagen.
Die Transfers: Viel Vernunft statt Größenwahn
Die Verantwortlichen scheinen diesmal nicht jedem Millionen-Hype hinterherzulaufen.
Mit Nathaniel Brown wurde die linke Seite verjüngt und dynamischer besetzt, während Ismaël Saibari zusätzliche Kreativität und Variabilität für das offensive Mittelfeld bringen soll. Gleichzeitig kehrte Arijon Ibrahimović nach seiner Leihe zurück und soll künftig fest zum Profikader gehören.
Auf der Abgangsseite wurden ebenfalls Entscheidungen getroffen. Alexander Nübel verlässt den Verein endgültig, mehrere Leihspieler wechseln oder werden erneut verliehen. Damit entsteht wieder mehr Platz für junge Talente und eine klarere Kaderstruktur.
Der Transfersommer ist allerdings noch nicht beendet. Bayern sondiert weiterhin den Markt, insbesondere für zusätzliche Qualität in der Offensive und auf einzelnen Schlüsselpositionen.
Kompany muss jetzt liefern
Vincent Kompany hat in seiner ersten Saison gezeigt, dass er eine Mannschaft entwickeln kann.
Jetzt kommt die schwerere Aufgabe.
Er muss Titel holen.
Bei Bayern wird man nicht danach beurteilt, ob der Fußball schön aussieht.
Man wird daran gemessen, was im Mai in der Vitrine steht.
Mein Tipp
Bundesliga: Meister.
DFB-Pokal: Finale – mit guten Chancen auf den Titel.
Champions League: Halbfinale mindestens. Wenn Verletzungen ausbleiben und der Kader seine Qualität auf den Platz bringt, ist auch der Titelgewinn keine Utopie.
Denn eines sollte man nie vergessen:
Der FC Bayern ist vielleicht nicht jedes Jahr die beste Mannschaft Europas.
Aber wenn dieser Verein einmal ins Rollen kommt, möchte ihn in der K.-o.-Phase niemand als Gegner haben.
Und genau deshalb beginnt für uns Bayern-Fans jede Saison mit demselben Gedanken:
Dieses Jahr holen wir alles!
Sollte es am Ende doch „nur“ die Meisterschaft werden, wird natürlich wieder diskutiert. Schließlich gehört das in München fast genauso zur Tradition wie das Weißbier nach dem Heimspiel.
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