Früher schien es die perfekte politische Freundschaft zu sein. Giorgia Meloni und Donald Trump lächelten gemeinsam in Kameras, klopften sich auf die Schultern und tauschten Komplimente aus. Heute erinnern ihre öffentlichen Auftritte eher an ein Ehepaar kurz vor dem Scheidungstermin.
Am Wochenende eskalierte der transatlantische Schlagabtausch endgültig. Trump warf der italienischen Regierungschefin vor, nach dem amerikanischen Militäreinsatz gegen den Iran plötzlich wieder die Nähe zu Washington zu suchen, um ihre Umfragewerte aufzupolieren.
Seine diplomatische Botschaft in Kurzform: „Nein, danke.“
Meloni ließ sich das nicht gefallen und antwortete auf ihre Weise. Frei übersetzt lautete ihre Botschaft: „Kümmern Sie sich um Ihre eigenen Umfragewerte.“
Damit war die nächste Runde im politischen Schwergewichtsboxen eröffnet.
Besonders kreativ wurde Trump bei einem Fernsehinterview. Dort behauptete er, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel regelrecht um ein gemeinsames Foto angefleht. Aus Mitleid habe er schließlich zugestimmt.
Meloni reagierte mit einer Mischung aus Verwunderung und italienischem Temperament. Italien, so stellte sie klar, bettele nicht. Niemals. Bei niemandem. Schon gar nicht für Selfies.
Während Diplomaten hektisch Beruhigungspillen suchten, wurde die Stimmung zwischen Rom und Washington frostiger als eine Tiefkühlpizza aus Neapel.
Der italienische Außenminister sagte demonstrativ einen geplanten USA-Besuch ab. Andere Regierungsmitglieder sprachen von Beleidigungen, Verletzungen der Freundschaft und unnötigen Scherzen. Kurz gesagt: Die Familienfeier war beendet.
Besonders kurios wirkt der Streit, weil beim G7-Gipfel noch alles harmonisch aussah. Dort saßen Meloni und Trump gemeinsam auf einem Sofa, unterhielten sich entspannt und posierten für Fotos. Beobachter sprachen von guter Stimmung. Wahrscheinlich waren die Mikrofone damals noch ausgeschaltet.
Nun liefern sich beide Politiker stattdessen öffentliche Wortgefechte über Fotos, Umfragewerte und angebliche Betteleien. Politische Analysten sprechen von einer diplomatischen Krise. Das Internet spricht eher von einer neuen Staffel einer sehr erfolgreichen Reality-Show.
Fest steht: Aus dem einstigen politischen Traumpaar ist vorerst ein transatlantischer Rosenkrieg geworden.
Und wie bei jedem Rosenkrieg sind die Zuschauer fasziniert, die Beteiligten beleidigt und niemand weiß genau, wer eigentlich angefangen hat.
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