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Melania mahnt zum Bewahren – während Trump das Weiße Haus umbaut

janeb13 (CC0), Pixabay
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Es ist eine Szene mit einer gewissen Ironie: Melania Trump spricht im frisch umgestalteten Rosengarten des Weißen Hauses über Verantwortung, Tradition und die Pflicht, historische Orte für kommende Generationen zu bewahren. Hinter ihr jedoch ist kaum zu übersehen, dass ihr Ehemann Donald Trump gerade dabei ist, das Erscheinungsbild des berühmtesten Regierungssitzes der USA kräftig zu verändern.

Die First Lady empfing Historiker und Denkmalschützer zu einer Veranstaltung der White House Historical Association und bezeichnete das Weiße Haus als eine Art „architektonische Autobiografie Amerikas“. Wer heute über historische Gebäude entscheide, müsse sich bewusst sein, welches Erbe er künftigen Generationen hinterlasse.

Eine bemerkenswerte Botschaft angesichts der Kulisse.

Wo früher Rasen im Rosengarten lag, befinden sich inzwischen helle Steinplatten. Nebenan entstand ein von Trump inszenierter „Presidential Walk of Fame“. Ein riesiges Präsidentensiegel markiert eine neue Hubschrauber-Landezone. Und über allem ragen Baukräne empor, die am neuen Ballsaal arbeiten.

Melania Trump vermied es allerdings, die Umbauten ihres Mannes ausdrücklich zu kritisieren.

Gerade dieses Schweigen fiel einigen Gästen auf. Ein Teilnehmer erklärte gegenüber CNN, die First Lady habe sich offensichtlich um ihr eigenes Vermächtnis bemüht und keinerlei Versuch unternommen, die Veränderungen ihres Mannes zu verteidigen. Ihr Schweigen sei „ohrenbetäubend“ gewesen.

Dabei kennt sich Melania Trump mit Renovierungen im Weißen Haus durchaus aus.

Während der ersten Amtszeit ihres Mannes war sie selbst an mehreren Restaurierungsprojekten beteiligt. Sie kümmerte sich unter anderem um historische Möbel im Blue Room, einen neuen Teppich im Diplomatic Reception Room und die Neugestaltung des Rosengartens. Auch ein neuer Tennis-Pavillon entstand unter ihrer Mitwirkung und erhielt später mehrere Architekturpreise.

Der Unterschied zu den aktuellen Bauprojekten scheint jedoch im Vorgehen zu liegen.

Melania betonte in ihrer Rede ausdrücklich, wie eng sie bei früheren Projekten mit zuständigen Behörden, Architekturkommissionen und Planungsgremien zusammengearbeitet habe. Jedes Detail sei sorgfältig geprüft worden, damit sich neue Gebäude harmonisch in den historischen Charakter des Weißen Hauses einfügten.

Genau darin sehen Beobachter einen deutlichen Kontrast zu Donald Trumps derzeitigem Umbaukurs.

Besonders umstritten ist der neue Ballsaal mit einer Fläche von rund 90.000 Quadratfuß. Für das Projekt wurde unter anderem der historische Ostflügel abgerissen, in dem über Jahrzehnte Büros der First Ladies und ihrer Mitarbeiter untergebracht waren. Auch der Jacqueline-Kennedy-Garten verschwand.

Das Ballsaal-Projekt landete sogar vor Gericht. Der Oberste Gerichtshof ließ die Bauarbeiten zuletzt weiterlaufen, obwohl Chief Justice John Roberts laut CNN andeutete, das Vorhaben sei möglicherweise rechtswidrig.

Auch innerhalb der White House Historical Association soll es Unmut geben. Einige Mitglieder sind dem Bericht zufolge mit dem Ballsaal-Projekt unzufrieden. Öffentlich hält sich die Organisation allerdings zurück.

Ihr Präsident Stewart McLaurin argumentiert grundsätzlich, Veränderungen gehörten seit jeher zur Geschichte des Weißen Hauses. Schon frühere Präsidenten hätten umgebaut, renoviert oder neue Sicherheitsmaßnahmen eingeführt. Solche Veränderungen hätten immer wieder Debatten über Denkmalschutz, Funktionalität und Modernisierung ausgelöst.

Melania Trump selbst bleibt diplomatisch.

Öffentlich hat sie die Bauarbeiten ihres Mannes bislang nicht kritisiert. Donald Trump deutete allerdings schon im Frühjahr an, dass seine Frau vom permanenten Baulärm weniger begeistert sei als er selbst. Während er das Geräusch der schweren Bauarbeiten nach eigenen Worten genieße, möge Melania den Lärm nicht besonders.

Damit ergibt sich ein bemerkenswertes Bild.

Auf der einen Seite steht eine First Lady, die über historische Verantwortung spricht, Restaurierungen hervorhebt und die Einhaltung architektonischer Regeln betont.

Auf der anderen Seite steht ein Präsident, der umbaut, abreißt und neu errichtet – groß, sichtbar und ganz nach seinem Geschmack.

Melania Trump hat ihren Mann dabei nicht öffentlich kritisiert.

Vielleicht musste sie das an diesem Abend auch gar nicht.

Denn während sie über die Bewahrung amerikanischer Geschichte sprach, lieferten Baukräne, Steinplatten und ein gigantischer neuer Ballsaal die Fußnoten gleich mit.

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