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Mehr als 3.000 Erkrankte: Ursache des Cyclospora-Ausbruchs in den USA bleibt unklar

geralt (CC0), Pixabay
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Gesundheitsbehörden in den USA versuchen weiterhin, die Ursache eines großflächigen Ausbruchs der parasitären Infektionskrankheit Cyclosporiasis zu ermitteln. Inzwischen wurden in 31 Bundesstaaten mehr als 3.000 Erkrankungen registriert.

Das auffälligste Symptom der Infektion ist häufiger, wässriger Durchfall. Hinzu können unter anderem Bauchbeschwerden, Übelkeit, Erschöpfung und Appetitlosigkeit kommen. Tödlich verläuft die Krankheit nur sehr selten.

Übertragen wird der Parasit Cyclospora vor allem durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel. Besonders häufig treten Fälle in den Sommermonaten auf.

Ursprung der Infektionen schwer nachzuweisen

Für Epidemiologen ist die Suche nach der Quelle außergewöhnlich schwierig.

Steven Manderach, Geschäftsführer des Verbandes amerikanischer Lebensmittel- und Arzneimittelbehörden, verglich die Aufgabe mit der Suche nach einem winzigen Teil einer Nadel in einem Heuhaufen.

Ein wesentlicher Grund ist die lange Zeitspanne zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden. Nach Angaben der Epidemiologin Jodie Guest von der Emory University können ein bis zwei Wochen vergehen, bevor Erkrankte Symptome entwickeln.

Bei vielen anderen lebensmittelbedingten Infektionen treten Beschwerden bereits wenige Stunden nach dem Verzehr auf. Betroffene können sich dann häufig noch gut daran erinnern, was sie gegessen haben. Nach zwei Wochen ist es dagegen wesentlich schwieriger, einzelne Mahlzeiten oder Lebensmittel zuverlässig zu rekonstruieren.

Aufwendige Tests von Lebensmitteln

Auch der direkte Nachweis des Parasiten in Lebensmitteln ist kompliziert.

Große Mengen eines möglicherweise belasteten Produkts müssen zunächst gründlich gewaschen werden. Anschließend wird das Waschwasser konzentriert und im Labor auf Spuren des Parasiten untersucht.

Da Cyclospora nur in sehr geringer Menge vorhanden sein kann, reichen einzelne Salatblätter, Beeren oder Gemüseproben häufig nicht aus. Unter Umständen müssten sehr große Produktmengen untersucht werden, um den Erreger überhaupt zu finden.

Experten vermuten angesichts der hohen Fallzahl zudem, dass nicht nur eine einzige Kontaminationsquelle existiert. Möglich seien mehrere verunreinigte Lebensmittel oder voneinander unabhängige Einträge in die Lieferkette.

Michigan besonders stark betroffen

Am stärksten betroffen ist bislang der Bundesstaat Michigan. Dort wurden nach Angaben der örtlichen Behörden mehr als 2.600 Erkrankungen gemeldet. Dahinter folgt der Bundesstaat New York.

In Colorado wurden rund 90 Fälle registriert. Diese Zahl entspricht ungefähr dem Niveau früherer Jahre.

Behörden rieten der Bevölkerung dazu, Obst und Gemüse sorgfältig zu reinigen. Teilweise wurde außerdem empfohlen, vorübergehend auf bestimmte Produkte wie frische Himbeeren zu verzichten und Gemüse nach Möglichkeit zu erhitzen.

Eine konkrete Quelle des aktuellen Ausbruchs konnten die Ermittler bislang jedoch nicht bestimmen.

Kürzungen erschweren die Ermittlungen

Einige Gesundheitsexperten führen die Schwierigkeiten auch auf personelle und finanzielle Kürzungen bei US-Bundesbehörden zurück.

Unter Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. wurden im Zuge der Sparmaßnahmen der US-Regierung Budgets und Stellen reduziert. Davon war unter anderem das Netzwerk FoodNet betroffen, das lebensmittelbedingte Erkrankungen wie Cyclospora-, Salmonellen- und Listerieninfektionen überwacht.

Das Programm verringerte seine Überwachung im vergangenen Jahr und konzentrierte sich schließlich nur noch auf zwei Krankheitserreger.

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC habe die Finanzierung nicht mit den steigenden Anforderungen des Programms Schritt gehalten.

FoodNet hatte zuvor Daten über positiv getestete Patienten gesammelt, mögliche Lebensmittelquellen untersucht und Informationen aus verschiedenen Bundesstaaten auf nationaler Ebene zusammengeführt.

Durch den Wegfall dieser Daten müssten Ermittler bei neuen Ausbrüchen teilweise ohne die früher verfügbaren Vergleichsmöglichkeiten arbeiten, erklärte Guest.

„Man beginnt praktisch im Dunkeln“, sagte sie.

Gesundheitsministerium weist Kritik zurück

Das US-Gesundheitsministerium erklärte, die CDC arbeite weiterhin mit Tausenden lokalen Gesundheitsämtern zusammen. Daten zu Cyclospora würden auch über andere Überwachungssysteme gesammelt.

Die Finanzierung für die Bekämpfung lebensmittelbedingter Krankheiten sei nach Darstellung des Ministeriums stabil geblieben.

Einige Bundesstaaten berichten dennoch von geringeren Bundesmitteln und weniger Personal. Das Gesundheitsamt von Colorado teilte mit, seine Arbeitsweise an die Veränderungen auf Bundesebene angepasst zu haben. Tests, Überwachung und die Weitergabe von Daten an die CDC würden fortgesetzt.

Manderach erklärte hingegen, die zuständigen Bundesbehörden arbeiteten trotz anfänglicher Schwierigkeiten inzwischen weitgehend wieder auf dem früheren Niveau.

Auch andere Gesundheitskrisen binden Fachkräfte und finanzielle Mittel. Als Beispiel nannten Experten den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo.

Tausende Patienten müssen befragt werden

Um die Infektionsquelle zu finden, befragen Epidemiologen Erkrankte ausführlich zu ihren Mahlzeiten.

Die Betroffenen sollen möglichst genau angeben, was sie in den ein bis zwei Wochen vor Beginn der Beschwerden gegessen haben, wo sie eingekauft oder welche Restaurants sie besucht haben.

Anschließend suchen die Ermittler nach Übereinstimmungen. Ein bestimmtes Produkt, ein Lieferant, ein Geschäft oder ein gemeinsamer Veranstaltungsort könnte auf die Quelle des Ausbruchs hinweisen.

Das Verfahren ist grundsätzlich einfach, erfordert aber sehr viel Personal. Besonders kleinere kommunale Gesundheitsämter können dadurch schnell an ihre Belastungsgrenzen geraten.

Je länger die Ermittlungen dauern, desto schwieriger wird es zudem, zuverlässige Erinnerungen an einzelne Mahlzeiten zu erhalten.

Schutz bleibt schwierig

Solange die Behörden keine gemeinsame Quelle ermittelt haben, können Verbraucher nur allgemeine Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Das Problem besteht darin, dass zahlreiche Obst- und Gemüsesorten theoretisch betroffen sein könnten. Dadurch entsteht für Verbraucher der Eindruck, die möglichen Risiken kaum kontrollieren zu können.

Die Gesundheitsbehörden setzen ihre Befragungen, Laboruntersuchungen und die Auswertung der gemeldeten Fälle fort. Bis eine Verbindung zwischen den Erkrankungen und einem bestimmten Lebensmittel oder Lieferweg nachgewiesen werden kann, bleibt die Ursache des Ausbruchs jedoch ungeklärt.

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