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Mbappé macht einen Witz über Mao – und China zwingt den Fußball-Superstar in die Knie

JoeSports (CC0), Pixabay
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Ein harmlos gemeinter Scherz, ein historischer Diktator und plötzlich ein politisches Erdbeben: Real-Madrid-Star Kylian Mbappé hat mit einer Äußerung über ein Internet-Meme die chinesische Führung gegen sich aufgebracht. Sponsoren wenden sich ab, Fußballübertragungen werden gestoppt und der Weltstar entschuldigt sich. Doch ausgerechnet viele chinesische Fans wissen gar nicht, was er eigentlich gesagt hat.

Alles begann mit einem Interview, in dem Mbappé nach seinem liebsten Internet-Meme gefragt wurde. Der französische Nationalspieler erwähnte eine Fotomontage, die sein Gesicht auf den Körper einer Mao Zedong ähnelnden Figur setzte, und sprach dabei von einem chinesischen Diktator.

In China löste die Äußerung einen Sturm der Empörung aus. Mao gilt dort weiterhin als historische Identifikationsfigur und Gründer der Volksrepublik, obwohl seine Herrschaft mit schweren Menschenrechtsverletzungen, politischen Säuberungen und einer Hungersnot mit Millionen Todesopfern verbunden war.

Sponsoren springen ab, Fußball verschwindet aus dem Fernsehen

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Chinesische Unternehmen distanzierten sich von Mbappé. Der Molkereikonzern Mengniu beendete seine Zusammenarbeit mit ihm.

Besonders bemerkenswert: Die staatliche China Media Group setzte Übertragungen der spanischen La Liga aus. Damit wurde ein politischer Streit unmittelbar zu einem wirtschaftlichen Problem für den europäischen Spitzenfußball.

Auch das chinesische Außenministerium schaltete sich ein und kritisierte Äußerungen, die nationale Gefühle verletzten.

Mbappé entschuldigte sich schließlich öffentlich. Auch Real Madrid und die spanische Liga veröffentlichten Entschuldigungen.

Ein Land empört sich – doch viele kennen den Grund nicht

Der wohl ungewöhnlichste Aspekt dieser Affäre ist die Rolle der chinesischen Internetzensur.

Während Millionen Nutzer über Mbappé diskutierten, wussten zahlreiche Menschen offenbar nicht genau, welche Aussage die Empörung ausgelöst hatte. Der Name Mao wurde vielfach vermieden, entsprechende Bilder wurden unkenntlich gemacht.

Selbst chinesische KI-Chatbots lieferten Nutzern offenbar keine eindeutigen Antworten.

Außerhalb Chinas fiel die Reaktion teilweise völlig anders aus. Dort verteidigten zahlreiche Internetnutzer Mbappés Recht, historische Machthaber kritisch zu bezeichnen.

Damit wurde aus einem Fußballwitz eine internationale Debatte über Meinungsfreiheit, Geschichtsbilder und den wirtschaftlichen Einfluss Chinas.

Wenn Fußball auf Politik trifft

Der Vorfall zeigt, wie abhängig internationale Sportstars und Fußballvereine inzwischen vom chinesischen Markt geworden sind. Wer dort Werbeverträge abschließt und Millionen Fans erreichen möchte, muss mit politischen und gesellschaftlichen Empfindlichkeiten umgehen.

Gleichzeitig wirft die Affäre eine grundsätzliche Frage auf: Wie weit dürfen wirtschaftliche Interessen die Meinungsfreiheit eines Sportlers beeinflussen?

Der französische Fußballverbandspräsident Philippe Diallo stellte sich inzwischen hinter Mbappé. Nach dessen Entschuldigung müsse es möglich sein, die Angelegenheit hinter sich zu lassen.

Fazit: Ein Internet-Meme hat gereicht, um einen der bekanntesten Fußballspieler der Welt in einen internationalen Konflikt zu verwickeln. Dass sich zahlreiche Menschen in China empören, ohne den genauen Inhalt der Äußerung zu kennen, macht die Angelegenheit besonders bemerkenswert. Der Fall zeigt, wie eng politische Kontrolle, wirtschaftliche Macht und internationaler Spitzensport mittlerweile miteinander verflochten sind.

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