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Mandelson Files

aitoff (CC0), Pixabay
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Die veröffentlichten „Mandelson Files“ werfen ein bemerkenswert offenes Licht auf die Stimmung innerhalb der britischen Labour-Regierung – und zeigen vor allem eines: Das Vertrauen in Premierminister Keir Starmer scheint selbst in den eigenen Reihen massiv beschädigt gewesen zu sein.

Aus den rund 1.500 Seiten interner Nachrichten geht hervor, wie kritisch führende Labour-Politiker hinter den Kulissen über die Regierung, Downing Street und sogar den Premier selbst gesprochen haben. Besonders brisant sind dabei die Nachrichten des ehemaligen Ministers und späteren US-Botschafters Lord Peter Mandelson.

So bezeichnete Mandelson die Regierungsspitze in einer Nachricht als „beleaguered and bereft“ – also sinngemäß als „angeschlagen und orientierungslos“. Downing Street brauche eine „komplette Generalüberholung“.

In anderen Chats wird deutlich, wie tief die Nervosität innerhalb der Regierung nach schlechten Wahlergebnissen bereits gewesen sein muss. Pat McFadden, damals Kabinettsminister und heute Arbeits- und Sozialminister, schrieb nach schweren Labour-Niederlagen:
„Awful feeling today. What a shellacking.“ – ein vernichtendes Urteil über die Stimmungslage.

Noch gravierender:
Im Zusammenhang mit einem umstrittenen Sozialgesetz äußerten Mandelson und McFadden offenbar offen Zweifel daran, ob Starmer politisch überhaupt überleben könne. Mandelson schrieb wörtlich:
„I am not sure that Keir survives that.“

Die Nachrichten zeichnen das Bild einer Regierung, die intern mit sich selbst beschäftigt war:

  • mangelnde Führung,
  • chaotische Entscheidungsprozesse,
  • Unsicherheit in der politischen Strategie
    und
  • offener Frust über die eigene Parteibasis.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Kritik an Starmers Führungsstil. Mandelson schrieb, viele Mitarbeiter in Downing Street wüssten nicht einmal, „was Keir eigentlich will“. Teilweise entstehe sogar der Eindruck, Starmer selbst wisse es nicht.

Hinzu kommt der politische Hintergrund der Veröffentlichung:
Die Dokumente mussten nach einer Abstimmung im britischen Parlament öffentlich gemacht werden. Ursprünglich standen sie im Zusammenhang mit Mandelsons später umstrittener Ernennung zum britischen Botschafter in den USA – ein Amt, das er wegen seiner Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein später wieder verlor.

Die Opposition nutzt die Veröffentlichung nun erwartungsgemäß für scharfe Angriffe auf Labour. Konservative Parteichefin Kemi Badenoch erklärte, die Nachrichten würden zeigen, dass Labour intern ganz anders über Steuern, Sozialpolitik und Regierungsfähigkeit denke als öffentlich dargestellt.

Politisch besonders problematisch:
Die Chats wirken weniger wie normale interne Diskussionen – sondern eher wie eine Regierung im Dauerzweifel über ihre eigene Handlungsfähigkeit.

Damit dürften die „Mandelson Files“ Keir Starmer noch längere Zeit verfolgen. Denn selten bekommt die Öffentlichkeit einen derart direkten Einblick, wie offen und teilweise schonungslos Spitzenpolitiker intern über ihre eigene Regierung sprechen.

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