Natürlich tut das weh. Wieder Meister der Regionalliga Nordost. Wieder alles reingehauen. Wieder gehofft. Und wieder am Ende mit leeren Händen dastehen, weil dieses absurde Relegationssystem weiterhin darüber entscheidet, welcher Meister aufsteigen darf – und welcher nicht.
Drei Mal hintereinander scheitert Lok Leipzig in der Aufstiegsrunde. Verl. Havelse. Jetzt Würzburg. Das ist kein normaler sportlicher Rückschlag mehr, das ist inzwischen eine eigene Kategorie Fußballgrausamkeit. Während anderswo der Meister direkt hochgeht, darf Lok Jahr für Jahr noch ein Bonuslevel spielen, bei dem ein einziger schlechter Abend eine komplette Saison zerstören kann. Danke dafür, DFB.
Und trotzdem: Diese Mannschaft verdient Respekt. Riesigen Respekt.
Die Jungs haben bis zur letzten Minute gekämpft. Selbst nach dem 0:1 haben sie sich nicht aufgegeben. Der Ausgleich durch Ziane hat noch einmal alles entfacht, für zwei Minuten war ganz Leipzig wieder im Traum von Liga 3. Und selbst danach hat Lok weitergedrückt, gerannt, gefightet. Der Ball an die Lattenunterkante in der Nachspielzeit steht sinnbildlich für diese verfluchte Relegation: So nah dran – und trotzdem reicht es wieder nicht.
Auch die Fans haben gezeigt, warum Lok Leipzig etwas Besonderes ist. Über 2000 Leute fahren nach Würzburg, machen Stimmung bis zum Schluss und stehen hinter der Mannschaft, obwohl jeder wusste, wie brutal diese Ausgangslage wieder war. Das ist keine Selbstverständlichkeit.
Ja, die Enttäuschung sitzt tief. Ja, man kann den DFB für dieses System verfluchen. Und ja, es fühlt sich einfach unfair an, dass ein Regionalliga-Meister nicht automatisch aufsteigt. Aber genau deshalb muss Lok jetzt wieder aufstehen.
Denn irgendwann MUSS dieser Wahnsinn enden. Vielleicht kommt endlich die Reform. Vielleicht steigt irgendwann jeder Meister direkt auf – so wie es im Fußball eigentlich selbstverständlich sein sollte. Und wenn dieser Tag kommt, dann gehört Lok Leipzig in die 3. Liga. Ohne Diskussion.
Deshalb jetzt nicht auseinanderfallen. Nicht resignieren. Sondern wieder sammeln, wieder kämpfen und wieder Meister werden.
Lok hat Charakter gezeigt. Lok hat Anstand gezeigt. Und diese Mannschaft hat bis zur letzten Sekunde alles gegeben.
Danke dafür, Männer. Blau-Gelb lebt weiter.
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