Startseite Allgemeines Lok Leipzig: Bitterer Rückschlag für Lok Leipzig – und wieder denke ich: Warum haben wir den Torwart nicht gehalten?
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Lok Leipzig: Bitterer Rückschlag für Lok Leipzig – und wieder denke ich: Warum haben wir den Torwart nicht gehalten?

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Als Lok-Fan muss man in diesen Tagen einiges aushalten. Sportlich läuft es ohnehin nicht so, wie man es sich erhofft hatte, und nun kommt auch noch diese Nachricht: Andreas Naumann fällt mit einem Kreuzbandriss monatelang aus.

Das ist erst einmal vor allem für ihn persönlich richtig bitter. Ein Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie, Operation, lange Reha – niemand wünscht einem Spieler so etwas. Naumann war über Jahre die klare Nummer eins bei Lok, sammelte 34 Zu-Null-Spiele und war einer dieser Spieler, bei denen man als Fan irgendwann einfach ein gutes Gefühl hatte, wenn er zwischen den Pfosten stand.

Und genau deshalb schmerzt diese Nachricht doppelt.

Denn bei mir kommt sofort wieder dieser Gedanke hoch: Warum, verdammt noch mal, haben wir auf der Torwartposition nicht anders geplant? Warum hat man nicht versucht, dort mehr Sicherheit zu behalten beziehungsweise frühzeitig für eine erfahrene Alternative zu sorgen?

Jetzt wird aus einem Risiko plötzlich ein Problem

Natürlich kann niemand einen Kreuzbandriss vorhersehen. Das wäre unfair, dem Verein daraus einen Vorwurf zu machen.

Aber Kaderplanung bedeutet eben auch, auf den Fall vorbereitet zu sein, dass etwas passiert.

Und nun stehen wir da.

Justin Duda hat seine Sache beim 1:2 gegen Erzgebirge Aue ordentlich gemacht, daran gibt es überhaupt nichts auszusetzen. Mit Felix Daffner sitzt zudem ein junger, hoffnungsvoller Torwart dahinter. Aber ganz ehrlich: Will man wirklich mit zwei so jungen Keepern durch eine lange und harte Regionalliga-Saison gehen?

Ich nicht.

Gerade auf der Torwartposition brauchst du Ruhe, Erfahrung und Sicherheit. Du brauchst jemanden, der auch dann stabil bleibt, wenn vor ihm die Abwehr wackelt. Und die Defensive von Lok hat in dieser Saison nun wirklich nicht immer den Eindruck vermittelt, als könne man hinten beruhigt den Liegestuhl aufstellen.

Deshalb hätte ich mir gewünscht, dass man genau dort mehr Absicherung geschaffen hätte.

Naumann war mehr als nur die Nummer eins

Naumann war in den vergangenen Jahren nicht zufällig unumstritten. 34 Spiele ohne Gegentor sprechen eine deutliche Sprache.

Ein guter Torwart rettet dir Punkte, die du später in der Tabelle schmerzlich vermissen würdest. Er gibt einer Abwehr Sicherheit. Er organisiert. Er beruhigt.

Solche Spieler merkst du manchmal erst dann richtig, wenn sie fehlen.

Und genau davor habe ich jetzt Angst.

Denn Lok befindet sich ohnehin in einer Phase, in der vieles nicht rund läuft. Die Heimstärke fehlt, die Defensive wirkt anfällig, und ausgerechnet jetzt fällt auch noch einer der erfahrensten und verlässlichsten Spieler aus.

Das kann man Pech nennen.

Man kann aber auch sagen: Jetzt zeigt sich, wie gut ein Kader wirklich zusammengestellt ist.

Transfermarkt unter Zeitdruck

Sportchef Toni Wachsmuth muss nun reagieren. Die Telefone laufen offenbar heiß, denn die Transferperiode endet in wenigen Stunden.

Das ist natürlich alles andere als eine komfortable Situation.

Jetzt muss möglicherweise innerhalb kürzester Zeit ein Torhüter gefunden werden, der sofort helfen kann, ins Mannschaftsgefüge passt und idealerweise auch noch bezahlbar ist.

Keine leichte Aufgabe.

Wachsmuth selbst spricht davon, dass die Diagnose ein Schock gewesen sei und dass man die Situation neu bewerten müsse. Das klingt nachvollziehbar.

Als Fan wünsche ich mir allerdings, dass diese Neubewertung sehr schnell zu einem klaren Ergebnis führt: Wir brauchen Erfahrung im Tor.

Nicht irgendwann. Jetzt.

Duda hat Vertrauen verdient – trotzdem braucht es Konkurrenz

Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, Justin Duda schlechtzureden.

Im Gegenteil.

Wenn ein junger Torwart seine Chance bekommt, muss man ihm Vertrauen geben. Und gegen Aue hat er gezeigt, dass er durchaus etwas kann.

Aber Vertrauen und vernünftige Kaderplanung schließen sich nicht aus.

Ein erfahrener Torhüter würde Duda nicht automatisch den Platz wegnehmen. Er könnte ihn unterstützen, Druck auffangen und der Mannschaft zusätzliche Stabilität geben.

Und sollte Duda weiterhin stark halten, umso besser.

Nur darauf zu hoffen, dass über Monate alles gutgeht, wäre mir als Lok-Fan schlicht zu riskant.

Wenigstens bei Abderrahmane etwas Entwarnung

Immerhin gibt es auch eine etwas bessere Nachricht.

Bei Farid Abderrahmane wurde nach seinem Sturz gegen Aue offenbar keine schwere Verletzung festgestellt. Stattdessen handelt es sich um eine Bänderdehnung an der Schulter.

Für das Landespokalspiel in Auerbach dürfte er trotzdem ausfallen.

Auch das passt irgendwie zu dieser Phase: Kaum denkt man, es könne langsam etwas ruhiger werden, kommt schon die nächste Baustelle.

Jetzt müssen die Verantwortlichen handeln

Als Fan bin ich enttäuscht.

Nicht von Naumann. Nicht von Duda. Und auch nicht, weil Verletzungen passieren.

Ich bin enttäuscht, weil sich gerade jetzt zeigt, wie schnell aus einer dünn besetzten Position ein echtes Problem werden kann.

Vielleicht findet Lok in letzter Minute noch einen erfahrenen Torwart. Vielleicht überrascht Duda uns alle und wächst in den kommenden Wochen über sich hinaus. Ich würde es ihm von Herzen gönnen.

Aber trotzdem bleibt bei mir dieses ungute Gefühl.

Diese Saison wird lang. Sie wird hart. Und nach dem bisherigen Start wird sie vermutlich auch nervenaufreibender, als uns lieb ist.

Genau deshalb hätte ich mir gewünscht, dass wir auf einer so wichtigen Position nicht erst reagieren müssen, wenn die Not schon da ist.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen die richtige Entscheidung treffen.

Und vor allem: Gute Besserung, Naumi.

Komm stark zurück. Lok wird dich noch brauchen.

1 Komment

  • Lok braucht jetzt keinen neuen Torwart, sondern einen neuen Sportdirektor und einen neuen Trainer, damit die Mannschaft wenigstens in der nächsten Saison wieder wettbewerbsfähig ist.

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