Rivalität gehört zum Fußball. Emotionen gehören dazu. Sticheleien, Gesänge, Banner, Derbys mit ordentlich Feuer – meinetwegen alles. Aber wenn sich rund 30 Leute irgendwo in Leipzig treffen und aufeinander losgehen, bis ein Mensch am Boden liegt und gegen den Kopf getreten wird, dann ist eine Grenze längst überschritten.
Nach den vorliegenden Informationen sollen die Beteiligten den Fanlagern von Chemie Leipzig und Lok Leipzig zuzuordnen sein. Mindestens eine Person wurde verletzt, ein Auto beschädigt, und als die Polizei eintraf, waren die Beteiligten schon verschwunden.
Ganz ehrlich: Was soll daran noch Fußball sein?
Wer einen am Boden liegenden Menschen tritt, verteidigt keine Vereinsfarben. Der macht sich nicht „gerade“ für seinen Klub. Der ist auch nicht besonders leidenschaftlich. Das ist schlicht Gewalt.
Und am Ende dürfen wieder alle echten Fans die Rechnung bezahlen: mehr Polizeikontrollen, schärfere Auflagen, höhere Sicherheitskosten, Diskussionen über ganze Fanszenen – obwohl die große Mehrheit einfach nur ins Stadion will, ihre Mannschaft unterstützen und wieder nach Hause gehen möchte.
Besonders absurd ist dieses ganze Ritual: Man prügelt sich, haut anschließend ab und überlässt Polizei und Vereinen das Chaos. Die einen offenbar mit Fahrrädern, die anderen mit Autos. Fast schon grotesk, wenn die Folgen nicht so ernst wären.
Natürlich muss erst geklärt werden, wer genau beteiligt war und was tatsächlich passiert ist. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs und sucht Zeugen sowie Foto- und Videoaufnahmen.
Aber eines kann man schon jetzt sagen:
Fußballrivalität endet dort, wo Menschen am Boden gegen den Kopf getreten werden.
Wer so etwas macht, ist kein besonders harter Fan.
Er schadet seinem Verein, seiner Fanszene und dem Fußball insgesamt.
Und als Fußballfan bleibt einem wirklich nur noch eines:
Kopf schütteln und sich fragen, wann manche endlich begreifen, dass ein Derby auf dem Platz und auf den Rängen entschieden wird – und nicht mit Fäusten auf irgendeiner Straße.
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