Startseite Allgemeines LOK Leipzig was für ein mistiger Saisonstart
Allgemeines

LOK Leipzig was für ein mistiger Saisonstart

Teilen

Lok gegen Aue 1:2 – das war kein Pech, das war selbst verschuldet

Aus Sicht eines Lok-Anhängers tut diese Niederlage besonders weh, weil Erzgebirge Aue an diesem Nachmittag keineswegs wie eine Übermannschaft aufgetreten ist. Das Spiel war zerfahren, fehlerhaft und über weite Strecken spielerisch dürftig. Genau deshalb hätte Lok mindestens einen Punkt holen müssen. Stattdessen steht nach einem Ballverlust in der 92. Minute ein 1:2 – und die nächste Heimniederlage. Der MDR beschreibt den entscheidenden Treffer ebenfalls als späten K.-o. durch Marcel Bär.

1. Eine erste Halbzeit zum Vergessen

Die ersten 45 Minuten waren aus Lok-Sicht schlicht zu wenig. Kein Tempo, kaum klare Kombinationen, viel zu viele einfache technische Fehler. Besonders ärgerlich: Der Rasen war gut, Aue presste keineswegs überragend – trotzdem schaffte es Lok kaum, kontrollierte Angriffe aufzubauen.

Schon nach neun Minuten wirkte es phasenweise so, als dürfe Aue den Ball relativ ungestört zirkulieren. Wenn bei Lok überhaupt etwas passierte, dann meist über Öztürk auf der linken Seite. Das Problem: Er war häufig auf sich allein gestellt und musste selbst ins Eins-gegen-eins, weil vernünftige Anschlussoptionen fehlten.

Das ist kein Detail. Wenn praktisch der einzige Spieler, der Dynamik erzeugt, regelmäßig isoliert wird, stimmt etwas im Offensivspiel nicht.

2. Die Entscheidungsfindung war teilweise haarsträubend

Die Szene von Abderrahmane in der 21. Minute steht symbolisch für das ganze Spiel.

Er läuft relativ frei auf das Tor zu, hat rechts Adetula als Anspielstation – und entscheidet sich für den schwierigeren Weg durch die Mitte. Ball weg.

Solche Situationen darf man gegen einen Gegner wie Aue nicht verschenken.

Dasselbe Muster zog sich durch das Spiel: unnötig komplizierte Entscheidungen, schlampige Pässe, Bälle ohne Not ins Aus. Um die 63. Minute wurde selbst das Publikum unruhig, weil einfache Zuspiele nicht mehr ankamen.

Wer oben mitspielen will, kann sich über Fehlpässe unter Gegnerdruck ärgern. Aber ungezwungene Ballverluste ohne Gegnerdruck sind etwas anderes.

3. Adetula: praktisch nicht im Spiel

Adetula wurde zur Halbzeit ausgewechselt. Das sagt schon einiges.

Natürlich kann ein Stürmer nur so gut aussehen wie die Versorgung hinter ihm. Trotzdem blieb von ihm in dieser Partie kaum etwas hängen.

Ziegner reagierte richtig und brachte Ziane. Sofort wurde das Offensivspiel zumindest etwas lebendiger: Lok kam schwungvoller aus der Kabine, Öztürk hatte in der 48. Minute eine gute Gelegenheit, Ziane verpasste kurz darauf vor dem Tor.

Die unangenehme Frage lautet aber:

Warum musste erst eine Halbzeit vergehen, bevor Lok mit der nötigen Energie spielte?

Im eigenen Stadion, vor mehr als 8.000 Zuschauern, gegen einen direkten Konkurrenten sollte diese Intensität ab Minute eins vorhanden sein.

4. Das 0:1 war vermeidbar – viel zu vermeidbar

Dann kommt die 54. Minute.

Skarlatidis setzt sich links durch, bringt den Ball vors Tor, Queißer trifft zum 0:1.

Der Treffer fiel praktisch aus dem Nichts. Genau das macht ihn so ärgerlich. Lok war gerade besser aus der Kabine gekommen – und schenkt Aue die Führung.

Gegen einen Gegner, der selbst einen mäßigen Nachmittag erwischt, darf so etwas nicht passieren.

Das ist der Unterschied zwischen einer Mannschaft, die oben wirklich angreifen will, und einer Mannschaft, die immer wieder Punkte liegen lässt: Gute Teams bestrafen schwache Phasen des Gegners. Lok bestraft derzeit zu oft sich selbst.

5. Die Wechsel funktionierten – und werfen deshalb Fragen auf

Ziegner brachte nach dem Rückstand Bornschein und Schierack für Kügel und Cevis.

Das zeigte Wirkung.

Bornschein gab dem Angriff mehr Präsenz. Lok wurde aggressiver, schob Aue zurück und hatte plötzlich die beste Phase des Spiels. In der 70. Minute fiel folgerichtig das 1:1: Kaiser bekam vor dem Strafraum zu viel Raum und setzte den Ball aus rund 18 Metern stark ins Eck.

Danach war Aue zeitweise regelrecht hinten eingeschnürt. In der 72. Minute kam der Gegner kaum noch aus der eigenen Hälfte.

Und damit wird die Niederlage erst richtig bitter.

Lok hatte Aue genau dort, wo man sie haben wollte.

Das Stadion war da. Der Gegner wackelte. Die Mannschaft hatte Momentum.

Dann hätte man das Spiel gewinnen können.

Man hat es nicht geschafft.

6. Genau diese Spiele musst du ziehen

Aue war nicht dominant. Aue spielte nicht besonders gut. Auch der Liveticker kommt gegen Ende zu der Einschätzung, dass eigentlich keine Mannschaft die drei Punkte wirklich verdient gehabt habe.

Aber genau das ist der Punkt.

Wenn der Gegner keinen guten Tag hat und du zu Hause spielst, musst du daraus Kapital schlagen.

Lok hatte nach dem Ausgleich die bessere Phase. Bornschein prüfte Männel. Kurz vor Schluss bekam Schierack sogar die große Möglichkeit zum 2:1 – doch Männel parierte stark.

Das hätte der Sieg sein können.

Zwei Minuten später verliert Lok.

7. Das 1:2 ist der eigentliche Skandal dieses Spiels

90.+2.

Unentschieden.

Nur noch Sekunden.

Dann verliert Lok im Mittelfeld den Ball.

Aue schaltet schnell um, Marcel Bär läuft durch und lupft den Ball über Duda.

1:2.

Feierabend.

Und hier hört für mich das Gerede von „Pech“ auf.

Natürlich ist ein Gegentor in der Nachspielzeit bitter. Natürlich kann ein Ballverlust passieren.

Aber bei 1:1 in der 92. Minute darf ein Ballverlust im Mittelfeld niemals dazu führen, dass der gegnerische Mittelstürmer praktisch alleine auf deinen Torwart zuläuft.

Dann stimmt entweder die Restverteidigung nicht, die Absicherung nicht, das Zweikampfverhalten nicht – oder mehrere Dinge gleichzeitig.

Man muss in dieser Situation nicht unbedingt noch das 2:1 erzwingen.

Aber man darf verdammt noch mal das 1:1 mitnehmen.

Das ist Spielmanagement.

Und genau das hat Lok nicht geschafft.

8. Duda ist nicht der Schuldige

Es wäre zu einfach, den Ersatzkeeper verantwortlich zu machen.

Andreas Naumann hatte sich laut Spielbericht im Training am Knie verletzt, deshalb stand Justin Duda im Tor.

Beim entscheidenden Treffer steht Bär frei vor ihm. Duda versucht herauszukommen, Bär lupft.

Das Problem entsteht vorher.

Der Ballverlust und die fehlende Absicherung bringen den Torwart überhaupt erst in diese nahezu aussichtslose Situation.

Duda zum Sündenbock zu machen, würde die tatsächlichen Probleme verdecken.

9. Öztürk war der Lichtblick – aber einer allein reicht nicht

Wenn man einen Lok-Spieler positiv hervorheben will, dann Öztürk.

Schon in der ersten Halbzeit kam praktisch jede gefährliche Aktion über ihn. Nach der Pause hatte er sofort die Chance zum Führungstreffer.

Das Problem daran:

Man kann nicht erwarten, dass Öztürk permanent allein die Offensive anschiebt.

Wenn der Gegner weiß, dass die meiste Gefahr über eine Seite kommt, wird das irgendwann berechenbar.

Lok braucht mehr Spieler, die zwischen den Linien Verantwortung übernehmen, in die Tiefe gehen und dem Ballführenden Optionen bieten.

10. Drei Heimniederlagen in Folge sind ein Warnsignal

Jetzt kommt das Unangenehme.

Lok verlor zuvor bereits zu Hause 1:2 gegen Hertha BSC II und anschließend 0:2 gegen Chemnitz. Nun folgt das 1:2 gegen Aue. Die LVZ spricht folgerichtig von der dritten Heimniederlage in Serie.

Das darf man nicht mehr als einzelnen Ausrutscher abtun.

Auswärts gewann Lok in Luckenwalde, bei BFC Preussen und bei Tasmania. Zu Hause hingegen fehlt derzeit genau die Souveränität, die eine Spitzenmannschaft braucht. Die bisherigen Saisonresultate bestätigen diesen auffälligen Gegensatz.

Gerade für Lok ist das fatal.

Das Bruno-Plache-Stadion muss ein Vorteil sein – kein Ort, an dem die Konkurrenz regelmäßig Punkte mitnimmt.

11. Und die Ansprüche sind nun einmal andere

Lok ist nicht irgendein Verein, der froh sein muss, halbwegs sicher durch die Regionalliga zu kommen.

Die Mannschaft geht als Titelverteidiger in diese Saison.

Dann muss der Maßstab entsprechend sein.

Nach sieben Ligaspielen stehen weiterhin zehn Punkte. Vor der Partie lag Lok einen Punkt hinter Aue; durch die Niederlage zieht Aue weiter davon.

Zehn Punkte aus sieben Spielen sind kein Weltuntergang.

Aber für einen Klub mit Ambitionen sind sie eben auch nichts, worauf man stolz sein sollte.

Vor allem nicht, wenn der Tabellenführer schon deutlich davonzieht und man selbst zu Hause dreimal hintereinander verliert.

Schonungsloses Fazit

Das 1:2 gegen Aue war keine unverdiente Niederlage wegen eines einzigen unglücklichen Moments.

Es war die Quittung für mehrere Probleme, die sich durch das Spiel zogen:

Zu viele technische Fehler. Zu wenig Bewegung ohne Ball. Zu viele falsche Entscheidungen. Eine schwache erste Halbzeit. Zu wenig Konsequenz nach dem Ausgleich. Und am Ende katastrophales Spielmanagement.

Das Bitterste daran: Aue war an diesem Tag absolut schlagbar.

Lok musste hier nicht gegen einen überragenden Gegner kapitulieren. Man hat gegen eine ebenfalls fehlerhafte Mannschaft verloren, weil Aue in der entscheidenden Situation konsequenter war.

Und wenn man als Lok-Fan wirklich ehrlich ist, ist genau das momentan der größte Grund zur Sorge:

Die Mannschaft hat genug Qualität, um solche Spiele zu gewinnen. Aber sie spielt noch nicht reif genug, um sie auch tatsächlich zu gewinnen.

Der 1:1-Ausgleich zeigte, was möglich gewesen wäre. Das 1:2 in der 92. Minute zeigte, warum es derzeit nicht reicht.

Wer Meister werden will, darf solche Spiele nicht verlieren. Punkt.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

RIP:Abschied von „Matz“ Vogel – ein großer Fußballer, der nie größer sein wollte als das Spiel

Mit Eberhard Vogel ist einer jener Fußballer gestorben, deren Bedeutung sich nicht...

Allgemeines

Vorsicht Betrug mit Chatgpt!!!!Absender der Betrugsmail ChatGPT

Haben Sie auch eine Mail von dem Absender bekommen, das etwas mit...

Allgemeines

FC Viktoria 1889 Berlin Fußball GmbH-Insolvenz

3602 IN 3175/26 | In dem Verfahren über den Antrag auf Eröffnung...

Allgemeines

Autohaus Gotthard König GmbH der Insolvenzbeschluss

3616 IN 5522/26 In dem Verfahren über den Antrag Autohaus Gotthard König...