Als RB-Fan weiß man inzwischen: Langweilig wird es nie.
Gerade erst wurde Ole Werner vor die Tür gesetzt. Fünf Tage später präsentiert der Klub bereits den nächsten Heilsbringer. Diesmal heißt er Martín Demichelis.
Ja, genau der Demichelis.
Der Trainer, der gerade mit Mallorca aus der spanischen Liga abgestiegen ist.
Normalerweise bewirbt man sich nach einem Abstieg eher nicht für die Champions League. Bei RB scheint das aber inzwischen Teil des Anforderungsprofils zu sein.
Immerhin spart der Verein dabei sogar Geld. Während Ole Werner angeblich 2,5 Millionen Euro Grundgehalt kassierte, soll Demichelis mit rund 2 Millionen Euro auskommen.
Man könnte also sagen: sportlicher Abstieg, finanzieller Rabatt.
Ein klassischer RB-Deal.
Natürlich erklärt die Vereinsführung sofort, warum alles eine brillante Idee ist.
Internationale Erfahrung.
Klare Spielidee.
Hohe Intensität.
Fachliche Kompetenz.
Diese Sätze gehören inzwischen bei jeder Trainer-Vorstellung zum Pflichtprogramm. Man könnte wahrscheinlich auch den Platzwart zum Cheftrainer machen und dieselben Formulierungen verwenden.
Besonders beruhigend ist die Information, dass Jürgen Klopp voll hinter der Verpflichtung steht.
Das klingt zunächst großartig.
Andererseits stand Klopp ja angeblich auch voll hinter dem Rauswurf von Ole Werner.
Sollte Demichelis also irgendwann ebenfalls gehen müssen, wissen wir wenigstens schon, wer beim nächsten Trainer wieder begeistert zustimmt.
Überhaupt scheint die Trainerfindung auf Mallorca begonnen zu haben.
Während andere Vereine Datenanalysen, Scoutingberichte und sportliche Konzepte auswerten, treffen sich bei RB offenbar wichtige Entscheidungsträger beim Padel-Tennis im Mallorca Country Club.
Vielleicht wird der nächste Co-Trainer dann beim Beachvolleyball entdeckt.
Sportlich soll Demichelis den Fußball spielen lassen, den Klopp liebt:
Hoher Druck.
Intensives Gegenpressing.
Dominanz.
Offensive Ausrichtung.
Also genau das, was seit Jahren jeder Trainer in Leipzig verspricht.
Und genau das, was regelmäßig solange funktioniert, bis die ersten drei Spiele verloren gehen.
Als RB-Fan bleibt einem deshalb nur vorsichtiger Optimismus.
Vielleicht wird Demichelis tatsächlich der große Wurf.
Vielleicht entwickelt er die Mannschaft weiter.
Vielleicht führt er RB zurück an die nationale Spitze.
Vielleicht.
Aber nach den letzten Monaten schaut man bei solchen Verkündungen nicht mehr euphorisch in die Zukunft.
Man sitzt eher vor dem Bildschirm, schüttelt leicht den Kopf und denkt:
„Na gut. Dann schauen wir mal,
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