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Kommt die Cuba Invasion?

CryptoSkylark (CC0), Pixabay
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Im Pentagon laufen offenbar Vorbereitungen für einen möglichen Militäreinsatz auf Kuba. Wie die USA Today unter Berufung auf zwei mit den Vorgängen vertraute Personen berichtet, werden Planungen für ein mögliches Eingreifen der US-Streitkräfte derzeit intensiviert – für den Fall, dass Präsident Donald Trump einen entsprechenden Befehl erteilt.

Die beiden Quellen sprachen demnach nur unter der Bedingung der Anonymität, da sie nicht befugt seien, mit Medien über interne Anweisungen zu sprechen. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte den Bericht nicht direkt, erklärte aber auf Anfrage, man plane grundsätzlich für eine Vielzahl möglicher Szenarien und sei bereit, Anordnungen des Präsidenten umzusetzen.

Sollten sich die Angaben bestätigen, wäre dies eine weitere Eskalationsstufe in den zuletzt deutlich verschärften Spannungen zwischen Washington und Havanna. Seit Januar hatte die Trump-Regierung Öllieferungen nach Kuba eingeschränkt – Teil eines größeren Drucks, mit dem politische Veränderungen auf der kommunistisch regierten Insel erzwungen werden sollen.

Dabei hatte es zuletzt auch Signale gegeben, dass beide Seiten zumindest über einen Ausweg aus der Krise sprechen. Bereits im März hatte die USA Today berichtet, Washington und Havanna befänden sich in einem frühen Stadium möglicher Gespräche über ein wirtschaftliches Abkommen, das die Beziehungen zwischen beiden Staaten entspannen könnte. Wie ernsthaft diese Kontakte sind und wie weit beide Seiten zu Zugeständnissen bereit wären, ist allerdings unklar.

Trump selbst ließ in den vergangenen Wochen mehrfach erkennen, dass er Kuba wieder stärker ins Visier nimmt – auch wenn die US-Regierung derzeit außenpolitisch vor allem durch den Krieg mit dem Iran gebunden ist. Der Präsident sprach davon, er habe vielleicht bald die „Ehre“, Kuba „in irgendeiner Form zu übernehmen“. Ob er das Land „befreie“ oder „nehme“, fügte Trump hinzu, er glaube, er könne „tun, was er wolle“.

Am 13. April sagte Trump im Weißen Haus gegenüber der USA Today: „Vielleicht schauen wir in Kuba vorbei, wenn wir hier fertig sind“ – eine Bemerkung, die er im Zusammenhang mit dem laufenden Konflikt mit dem Iran machte.

In Havanna wurden solche Aussagen registriert. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte in einem Interview mit Newsweek, sein Land werde sich im Fall eines US-Angriffs verteidigen. „Wir werden kämpfen, wir werden uns verteidigen, und wenn wir im Kampf fallen, dann ist es ein Leben für das Vaterland“, sagte Díaz-Canel.

Die Spekulationen über ein mögliches Vorgehen gegen Kuba hatten zuletzt auch durch den US-Einsatz in Venezuela neue Nahrung erhalten. Anfang Januar hatten amerikanische Spezialkräfte bei einer verdeckten Operation den früheren venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro aus seinem Anwesen in Caracas geholt. Nach Angaben aus den USA kamen dabei 32 kubanische Militärangehörige ums Leben, die Maduro bewacht haben sollen. In Exilkreisen in Florida wurde dies als Signal verstanden, dass Kuba als nächstes Ziel in den Fokus rücken könnte.

Anders als vor den Einsätzen in Venezuela oder im Iran gibt es bislang jedoch keine öffentliche Kampagne der US-Regierung, die Kuba als „unmittelbare Bedrohung“ für die Vereinigten Staaten darstellt. Brian Fonseca vom Jack D. Gordon Institute for Public Policy an der Florida International University, der sich seit Jahren mit Kubas Streitkräften beschäftigt, sieht in den Berichten deshalb vor allem ein Signal – und weniger bereits eine konkrete Einsatzentscheidung.

„Im Moment ist das vor allem Abschreckung und Machtdemonstration“, sagte Fonseca. Die militärischen Fähigkeiten Kubas seien in schlechtem Zustand, die Ausrüstung veraltet, und viele Offiziere dürften einem unpopulären Regime nur noch begrenzt loyal gegenüberstehen. Ein US-Militäreinsatz wäre daher womöglich schnell und militärisch eindeutig.

Die eigentliche Schwierigkeit beginne erst danach. Ein Sieg auf dem Schlachtfeld sei das eine, sagte Fonseca. Ein stabiles politisches Nachkriegsszenario, rechtsstaatliche Strukturen und eine tragfähige neue Ordnung auf der Insel wären etwas völlig anderes. „Das wäre ein sehr leichter militärischer Sieg“, so der Experte. „Aber ein weitaus schwierigerer politischer.“

Die Geschichte solcher Überlegungen reicht weit zurück. Seit Fidel Castro 1959 in Havanna die Macht übernahm und Kuba später eng an die Sowjetunion band, haben US-Regierungen immer wieder über Formen der Intervention auf der Insel nachgedacht. Neu ist also nicht die Idee – neu ist die Kombination aus offener Rhetorik, militärischer Vorbereitung und einem Präsidenten, der außenpolitische Drohgebärden regelmäßig in persönliche Machtfantasien übersetzt.

Ob es bei den aktuellen Planungen tatsächlich um ein realistisches Szenario geht oder vor allem um Druckmittel in laufenden Verhandlungen, bleibt offen. Klar ist nur: Kuba ist im strategischen Denken der Trump-Regierung wieder deutlich nach vorn gerückt.

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