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Kommentar: Wer würde Max Eberl beim FC Bayern wirklich vermissen?

jorono (CC0), Pixabay
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Der FC Bayern hat endlich wieder das Double gewonnen. Eigentlich ein Tag für Jubelbilder, Bierduschen und große Harmonie. Doch wie so oft beim Rekordmeister schafft man es selbst nach einem Titelgewinn noch, intern neue Baustellen aufzumachen.

Diesmal im Mittelpunkt: Max Eberl.

Ausgerechnet am Finaltag streut Uli Hoeneß öffentlich Zweifel an der Zukunft des Sportvorstands. „60 zu 40 für eine Verlängerung“ — allein diese Formulierung wirkt schon bemerkenswert genug. Noch bemerkenswerter ist allerdings, dass Hoeneß überhaupt öffentlich Prozentzahlen verteilt, statt intern Klarheit zu schaffen.

Und genau das sagt eigentlich schon alles:
Das Vertrauen in Eberl scheint selbst nach dem Double keineswegs grenzenlos zu sein.

Natürlich versucht Eberl nach außen ruhig zu bleiben. Er spricht von einem „normalen Prozess“, von Gesprächen im Aufsichtsrat und davon, dass er einfach nur seinen Job machen wolle. Professionell klingt das durchaus. Gleichzeitig wirkte seine Reaktion aber auch wie die eines Mannes, der längst weiß, dass seine Position alles andere als unangreifbar ist.

Die entscheidende Frage lautet ohnehin:
Was hat Max Eberl beim FC Bayern bisher wirklich nachhaltig verändert?

Ja, das Double steht am Ende in der Bilanz. Aber der FC Bayern gewinnt Titel fast unabhängig davon, wer gerade auf der Kommandobrücke sitzt. Der Anspruch in München ist nicht nur nationale Dominanz — sondern internationale Strahlkraft. Und genau dort bleiben weiterhin Fragezeichen:

  • kein Champions-League-Triumph,
  • weiterhin Diskussionen über die Kaderplanung,
  • Unruhe im Verein,
  • öffentliche Nebengeräusche,
  • und immer wieder Machtfragen hinter den Kulissen.

Hinzu kommt:
Schon in Leipzig hinterließ Eberl nicht nur Freunde. Sein damaliger Abschied wirkte chaotisch, emotional und wenig souverän. Wirklich nachhaltige sportliche „Bäume ausgerissen“ hat er dort ebenfalls nicht unbedingt.

Deshalb wirkt die aktuelle Diskussion fast folgerichtig.

Und vielleicht muss man die Frage einmal ganz nüchtern stellen:
Würde beim FC Bayern tatsächlich eine große Lücke entstehen, wenn sich die Wege mit Max Eberl trennen?

Wahrscheinlich nicht.

Denn mit Christoph Freund sitzt längst ein Mann in der zweiten Reihe, der intern hohes Ansehen genießt, ruhig arbeitet und als absoluter Fachmann gilt. Viele im Verein trauen ihm ohnehin größere Aufgaben zu. Anders als Eberl wirkt Freund weniger politisch, weniger öffentlich und deutlich geräuschärmer — Eigenschaften, die beim FC Bayern inzwischen fast schon als besondere Qualität gelten.

Am Ende könnte genau das der entscheidende Punkt sein:
Der FC Bayern braucht nach Jahren voller interner Machtkämpfe, Egos und öffentlicher Debatten vielleicht weniger große Selbstdarsteller — und mehr sachliche Stabilität.

Dass Uli Hoeneß seine Zweifel nun so offen ausspricht, dürfte deshalb kaum ein Zufall sein. In München wird selten öffentlich gezweifelt, wenn intern längst völlige Überzeugung herrscht.

Die kommenden Monate könnten deshalb weniger darüber entscheiden, ob Eberl weitermachen möchte — sondern vielmehr darüber, ob der FC Bayern überhaupt noch überzeugt davon ist, dass er der richtige Mann für die Zukunft ist.

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