Ich hätte nie gedacht, dass ich als RB-Leipzig-Fan einmal einen solchen Kommentar schreiben würde.
Aber falls sich die Berichte bestätigen und Ole Werner tatsächlich gehen muss, dann bleibt vor allem eines zurück:
Wut.
Wut auf die Verantwortlichen. Wut auf die Art und Weise. Und Wut darüber, dass bei RB Leipzig plötzlich Dinge passieren, die man früher anderen Vereinen vorgeworfen hat.
Danke, Ole Werner!
Lieber Ole Werner,
danke für zwölf Monate, die vielen RB-Fans wieder Hoffnung gegeben haben.
Danke für eine Mannschaft, die wieder Fußball gespielt hat.
Danke für eine Saison, die mit der Qualifikation für die Champions League endete.
Danke dafür, dass du trotz Druck, Kritik und teilweise absurden Erwartungen ruhig geblieben bist.
Und vor allem danke dafür, dass du gezeigt hast, dass Erfolg nicht immer aus großen Namen entsteht, sondern aus harter Arbeit, klaren Ideen und einer Mannschaft, die ihrem Trainer vertraut.
Entschuldigung für das, was hier passiert
Als RB-Fan möchte ich mich fast bei Ole Werner entschuldigen.
Nicht, weil die Fans ihn nicht wollten.
Sondern weil offenbar andere Interessen wichtiger geworden sind als sportliche Vernunft.
Wenn ein Trainer die Champions League erreicht und trotzdem um seinen Job kämpfen muss, dann läuft etwas gewaltig schief.
Das war früher nicht der Stil von RB Leipzig.
Man konnte über den Verein denken, was man wollte – aber Entscheidungen wirkten meist nachvollziehbar.
Heute wirken sie wie Machtspiele.
Leipzig entscheidet offenbar nicht mehr in Leipzig
Das eigentlich Frustrierende ist das Gefühl, dass RB Leipzig immer weniger selbst entscheidet.
Egal ob Marcel Schäfer, Oliver Mintzlaff oder Jürgen Klopp – für viele Fans entsteht inzwischen der Eindruck, dass es weniger um Leipzig geht als um interne Machtverhältnisse innerhalb des Red-Bull-Kosmos.
Die Fans?
Die Mannschaft?
Die sportliche Entwicklung?
Scheinen dabei manchmal eher Statisten zu sein.
Marcel Schäfer hat viel Vertrauen verspielt
Ich habe Marcel Schäfer lange verteidigt.
Ab heute fällt mir das schwer.
Wenn die Berichte stimmen und Ole Werner trotz Champions-League-Qualifikation geopfert wird, dann hat Schäfer bei vielen Fans massiv an Vertrauen verloren.
Für mich persönlich wirkt das Ganze inzwischen wie ein Schauspiel, das eines erfolgreichen Vereins nicht würdig ist.
Und ja:
Ich nenne ihn deshalb inzwischen nur noch den Vorstandsclown.
Hart? Vielleicht.
Aber genau so fühlt es sich gerade an.
Und Jürgen Klopp?
Jürgen Klopp war für viele Fußballfans immer jemand, der für Leidenschaft, Authentizität und sportliche Überzeugungen stand.
Sollte er hinter dieser Entwicklung stehen, dann wird auch sein Ansehen bei vielen RB-Fans Schaden nehmen.
Denn Erfolg entsteht nicht dadurch, dass man funktionierende Strukturen ständig neu erfindet.
Manchmal entsteht Erfolg dadurch, dass man gute Arbeit einfach weiterarbeiten lässt.
Martin Demichelis? Viel Glück!
Falls tatsächlich Martin Demichelis kommt, kann man ihm persönlich keinen Vorwurf machen.
Jeder Trainer würde einen solchen Job annehmen.
Aber er übernimmt dann einen der schwierigsten Trainerposten Deutschlands.
Nicht wegen des Kaders.
Nicht wegen der Ansprüche.
Sondern weil er permanent mit Ole Werner verglichen werden wird.
Und genau da beginnt das Problem.
Denn während Werner in Leipzig sportlich geliefert hat, kann Demichelis als Trainer bislang keine vergleichbaren Erfolge vorweisen.
Seine größten Erfolge feierte er bislang als Spieler beim FC Bayern.
Das ist respektabel.
Aber Trainer wird man nicht durch vergangene Medaillen.
Die Messlatte liegt hoch
Werner hinterlässt:
- die Champions-League-Qualifikation,
- eine klare Spielidee,
- eine intakte Mannschaft,
- und viel Rückhalt bei den Fans.
Demichelis müsste sofort liefern.
Und zwar in einem Umfeld, das bereits vor dem ersten Spiel skeptisch wäre.
Fazit
Vielleicht stellt sich in ein paar Monaten heraus, dass die Verantwortlichen recht hatten.
Vielleicht wird Demichelis ein Erfolg.
Vielleicht gewinnen Schäfer, Mintzlaff und Klopp am Ende die sportliche Wette.
Aber heute fühlt es sich anders an.
Heute fühlt es sich so an, als würde ein erfolgreicher Trainer gehen müssen, weil hinter den Kulissen Dinge wichtiger geworden sind als das, was auf dem Platz passiert.
Deshalb bleibt mir nur eines zu sagen:
Danke, Ole Werner.
Für zwölf starke Monate.
Für die Champions League.
Für deinen Fußball.
Und Entschuldigung, dass man bei RB Leipzig offenbar so mit dir umgeht.
Viele Fans hätten sich etwas anderes gewünscht.
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