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Klimaklage aus Pakistan: Bauern fordern Schadensersatz von RWE und Heidelberg Materials

qkcreativity92 (CC0), Pixabay
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Ein ungewöhnlicher Fall internationaler Verantwortung beschäftigt nun auch deutsche Konzerne: Über 40 pakistanische Landwirte verlangen Schadensersatz von RWE und Heidelberg Materials. Sie machen die beiden Unternehmen für die Folgen des Klimawandels und der verheerenden Flutkatastrophe von 2022 mitverantwortlich.

Unterstützt werden die Kläger von zwei Menschenrechtsorganisationen, die die Ansprüche vor europäischen Gerichten geltend machen wollen. Ihr Argument: RWE und Heidelberg Materials zählen zu den größten CO₂-Emittenten Deutschlands – und damit zu jenen Unternehmen, die maßgeblich zur globalen Erderwärmung beitragen.

„Unsere Felder, unser Zuhause – alles verloren“

Die Kläger berichten, sie hätten durch die Fluten nicht nur ihre Ernten, sondern auch ihre Existenz verloren. Ganze Dörfer seien in den Wassermassen verschwunden, Felder unbrauchbar geworden. Sie fordern, dass große Industriestaaten und deren Konzerne endlich für die Konsequenzen ihres jahrzehntelangen Ausstoßes von Treibhausgasen aufkommen.

Ein Sprecher der unterstützenden Organisation erklärte: „Diese Klage ist ein Signal. Wer von fossilen Brennstoffen profitiert, muss sich auch seiner Verantwortung für die weltweiten Schäden stellen.“

Deutsche Unternehmen unter Druck

RWE und Heidelberg Materials wollten sich zu den konkreten Vorwürfen zunächst nicht äußern. Beide Konzerne betonen jedoch regelmäßig, sich zu Klimazielen und CO₂-Reduktionen verpflichtet zu haben. RWE investiert nach eigenen Angaben massiv in erneuerbare Energien, während Heidelberg Materials an der Entwicklung klimaneutraler Baustoffe arbeitet.

Dennoch sehen Kritiker darin nur einen Tropfen auf den heißen Stein. Die nun erhobenen Forderungen könnten zum Präzedenzfall für internationale Klimaklagen werden. Denn noch nie zuvor haben so viele Betroffene aus einem Entwicklungsland direkt deutsche Unternehmen zur Verantwortung gezogen.

Symbolischer Streit mit globaler Bedeutung

Rechtsexperten sehen in der Klage vor allem einen symbolträchtigen Schritt. Selbst wenn die Erfolgsaussichten gering seien, wachse der Druck auf große Emittenten, ihre Verantwortung für Klimaschäden ernst zu nehmen.

Die pakistanischen Bauern wollen jedenfalls nicht aufgeben: „Wir zahlen den Preis für etwas, das wir nicht verursacht haben“, sagte einer der Betroffenen. „Wenn Gerechtigkeit existiert, dann auch für uns.“

Die Forderungen aus Pakistan zeigen deutlich: Die Klimakrise macht an Landesgrenzen nicht halt – und die Verantwortung für ihre Folgen ebenfalls nicht.

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