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Klimagipfel mit Meerblick: Brasilien bringt die COP30 aufs Kreuzfahrtschiff

ed2456 (CC0), Pixabay
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Die Weltklimakonferenz COP30 soll eigentlich die Rettung des Planeten verhandeln – doch in Brasilien gibt’s zunächst ein ganz irdisches Problem: Es fehlt an Betten. Also hat sich die Regierung etwas einfallen lassen, das Klimaaktivisten eher schlucken lassen dürfte als Mikroplastik: Zwei Kreuzfahrtschiffe werden zur Notunterkunft.

Während sonst betont wird, man solle doch bitte auf Flugmeilen, CO₂-Ausstoß und Luxuskonsum verzichten, werden nun 6.000 Klimakämpfer aus aller Welt stilecht auf der MSC Seaview und der Costa Diadema untergebracht – also auf schwimmenden Hotels mit Klimaanlage, All-you-can-eat-Buffet und maximalem Energieverbrauch. Ironie? Nein, Logistik.

Tropen, Talkshows & Stundenhotels

Die Hafenstadt Belém, mitten im Amazonasgebiet, bereitet sich auf einen bescheidenen Besuch von 50.000 Menschen aus fast 200 Ländern vor. Darunter Staats- und Regierungschefs, NGOs, Aktivist*innen – und wahrscheinlich auch der eine oder andere Lobbyist im Tropenhemd.

Da Belém bisher nur etwa 36.000 Betten bieten kann, wird improvisiert: neue Hotels, umgebaute Schulen, Ferienwohnungen – und, wie gut unterrichtete Kreise berichten, auch wieder stundenweise vermietbare Etablissements, umfunktioniert zu „Klimaschutz-Unterkünften mit schneller Abreiseoption“.

Bis November will man es immerhin auf 50.000 Betten bringen – und das möglichst klimaneutral. Oder wenigstens klimabewusst. Oder wenigstens irgendwie.

Preisdeckel für die Ärmsten, Luxuskabinen für den Rest

Delegationen aus den 98 ärmsten Ländern dürfen übrigens „nur“ 220 US-Dollar pro Nacht für ein Bett auf hoher See zahlen – ein Schnäppchen mit CO₂-Fußabdruck. Wer später bucht, kann mit Preisen von bis zu 600 Dollar rechnen. Da wird die Wahl zwischen Balkon oder Innenkabine plötzlich zur Frage globaler Klimagerechtigkeit.

Ob auf dem Sonnendeck dann emissionsarme Cocktails serviert werden oder ob das Spa nur mit Recyclingwasser arbeitet, ist nicht überliefert.

Was aber sicher ist: Die Kreuzfahrtkonferenz zur Rettung des Planeten dürfte das Paradoxon des 21. Jahrhunderts nicht lösen – aber zumindest unvergesslich werden.

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