Also ganz ehrlich:
Nach dieser Saison beim FC Erzgebirge Aue muss man als Fan inzwischen die kleinen Dinge feiern.
Und genau deshalb fühlt sich dieser Sachsenpokal-Sieg gleichzeitig schön, wichtig und irgendwie komplett absurd an.
Denn ja:
Wir haben den FSV Zwickau geschlagen.
Ja:
Der Pokal steht jetzt im Erzgebirge.
Und ja:
Zumindest endet diese Chaos-Saison nicht komplett mit brennender Mülltonne und Weltuntergangsstimmung.
Aber machen wir uns nichts vor:
Die Saison bleibt trotzdem eine einzige Vollbremsung mit Warnblinker.
Da steigt man aus der 3. Liga ab und feiert danach den Sachsenpokal ungefähr so euphorisch wie jemand, der nach einem Wohnungsbrand wenigstens noch den Toaster retten konnte.
Natürlich nimmt man gegen Zwickau jeden Sieg mit.
Immer.
Ohne Diskussion.
Und natürlich tut es gut, wenigstens EINMAL wieder das Gefühl zu haben:
„Jawoll, Derby gewonnen.“
Vor allem, weil Aue nach der Führung durch Jamilu Collins endlich mal gezeigt hat, dass diese Mannschaft theoretisch sogar Fußball spielen kann.
Theoretisch.
Praktisch wurde es natürlich trotzdem wieder unnötig spannend.
Weil Aue ohne Zittern offenbar gar keine Spiele mehr gewinnen darf.
Der FSV drückte.
„Zimbo“ kam rein.
Die Nerven flatterten.
Und spätestens als der Freistoß ans Aluminium klatschte, hatten wahrscheinlich halb Aue und drei Viertel vom Erzgebirge kurz Schnappatmung.
Aber dann kam endlich der Deckel drauf.
2:0.
Feierabend.
Pokal gewonnen.
Und plötzlich wirkt die Saison wenigstens nicht mehr ganz so trostlos.
Wobei:
Die unschönen Szenen mit Pyrotechnik Richtung Zwickauer Fans hätte man sich komplett sparen können.
So etwas braucht kein Derby und kein Fußballfan.
Am Ende bleibt trotzdem:
Der Pokal ist nett.
Der Derby-Sieg tut gut.
Aber die eigentlichen Probleme verschwinden dadurch natürlich nicht.
Denn ein Verein wie Aue darf niemals zufrieden damit sein, sich nach einem Abstieg mit der „goldenen Ananas“ zu trösten.
Nächste Saison braucht’s endlich wieder:
mehr Stabilität,
mehr Fußball,
mehr Konstanz
und vor allem weniger Herzinfarkt-Fußball für die eigenen Fans.
Aber heute?
Heute darf man wenigstens einmal sagen:
Der Pott bleibt im Erzgebirge.
Und das nimmt uns keiner mehr.
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