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Kentucky unter Wasser: Petrus testet offenbar den Bootsführerschein der Einwohner

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay
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In Kentucky muss sich derzeit niemand Gedanken über die Gartenbewässerung machen. Die hat der Himmel höchstpersönlich übernommen – und zwar im XXL-Modus.

Innerhalb kürzester Zeit fielen stellenweise bis zu sieben Zoll Regen. Das Ergebnis: Straßen verwandelten sich in Flüsse, Brücken verabschiedeten sich aus der Landschaft und Autos wurden plötzlich zu U-Booten – allerdings ohne entsprechende Zulassung.

Mindestens vier Menschen kamen ums Leben. Zahlreiche weitere mussten von Rettungskräften aus den Wassermassen befreit werden. Gouverneur Andy Beshear rief den Notstand aus und appellierte an die Bevölkerung, nach Einbruch der Dunkelheit möglichst nicht mehr mit dem Auto unterwegs zu sein.

Ein vernünftiger Rat. Denn wenn Google Maps plötzlich „leichtes Paddeln“ als schnellste Route empfiehlt, ist der Zeitpunkt zum Umdrehen vermutlich längst überschritten.

Besonders hart traf es die Stadt Richmond. Dort liefen ganze Straßenzüge voll Wasser, Keller wurden zu Hallenbädern und selbst Kirchen blieben von den Fluten nicht verschont. Eine Kirche wurde so stark beschädigt, dass sie teilweise einstürzte.

Auch zahlreiche Brücken wurden einfach weggespült. Die Natur scheint in Kentucky derzeit nach dem Motto zu arbeiten: „Infrastruktur? Machen wir später neu.“

Besonders nervös beobachten die Behörden außerdem einen Staudamm. Noch hält er stand – allerdings schaut inzwischen vermutlich jeder Verantwortliche alle fünf Minuten nach, ob er sich nicht doch spontan anders entscheidet.

Rettungskräfte sind im Dauereinsatz und haben bereits Dutzzende Menschen aus Fahrzeugen und überfluteten Häusern gerettet. Boote sind momentan eindeutig beliebter als Cabrios.

Meteorologen haben derweil noch eine schlechte Nachricht: Es soll weiter regnen.

Das dürfte in Kentucky ungefähr so gut ankommen wie die Durchsage auf der Titanic: „Kleiner Hinweis – wir haben gerade einen zweiten Eisberg entdeckt.“

Bleibt zu hoffen, dass sich das Wetter bald beruhigt und die Menschen möglichst schnell in ihre Häuser zurückkehren können – vorausgesetzt, diese stehen noch dort, wo sie gestern gestanden haben.

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