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Kentucky-Derby-Stars und MLB-Profis unter Druck: Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verbindungen zu illegalen Hahnenkämpfen

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Nur wenige Tage nach ihrem spektakulären Duell beim Kentucky Derby geraten die Starjockeys José Ortiz und Irad Ortiz Jr. zunehmend unter Druck. Recherchen von USA TODAY Sports legen nahe, dass die beiden erfolgreichen Brüder aus Puerto Rico mit illegalen Hahnenkämpfen auf der Karibikinsel in Verbindung stehen könnten.

Fotos und Videos aus sozialen Netzwerken zeigen die beiden mehrfach ausgezeichneten Jockeys offenbar bei Veranstaltungen in Hahnenkampfarenen in Puerto Rico. Die Aufnahmen tauchen zu einem heiklen Zeitpunkt auf: Bereits an diesem Wochenende sollen beide beim traditionsreichen Preakness Stakes antreten – dem zweiten Rennen der amerikanischen Triple Crown.

Besonders brisant: Hahnenkämpfe sind in Puerto Rico seit 2019 durch ein bundesweites US-Gesetz verboten. Dennoch gelten sie auf der Insel weiterhin als tief verwurzelte kulturelle Tradition und finden offenbar trotz Verbots regelmäßig statt.

Neben den Ortiz-Brüdern gerät auch Baseballprofi Edwin Díaz ins Visier der Debatte. Der dreimalige MLB-All-Star und heutige Pitcher der Los Angeles Dodgers wurde in mehreren Werbeanzeigen für Hahnenkampfveranstaltungen gezeigt. In einem Facebook-Beitrag wurde Díaz sogar ausdrücklich als „Cockfighter“ und Ehrengast eines Turniers angekündigt.

Puerto-ricanische Medien veröffentlichten zudem Fotos, die Díaz in einer Hahnenkampfarena zeigen sollen. Der Baseballspieler hatte laut einem Bericht erklärt, Hahnenkämpfe seien für ihn seit Kindheitstagen ein Hobby. Gleichzeitig betonte er, dass diese in Puerto Rico legal seien – obwohl das Bundesrecht etwas anderes vorsieht.

Auch Edwin Díaz’ Bruder Alexis Díaz, ebenfalls professioneller Baseballspieler, taucht laut den Recherchen mehrfach im Umfeld solcher Veranstaltungen auf.

Die Vorwürfe treffen auf eine seit Jahren schwelende politische und kulturelle Kontroverse. Viele Einwohner Puerto Ricos betrachten Hahnenkämpfe als jahrhundertealte Tradition. Gegner verweisen hingegen auf massive Tierquälerei sowie Verbindungen zu Glücksspiel, Drogenhandel und Gewaltkriminalität.

Tierschutzorganisationen reagieren empört. PETA forderte bereits, die Ortiz-Brüder künftig von den renommierten Eclipse Awards auszuschließen, den wichtigsten Auszeichnungen im US-Pferderennsport.

„Es ist schockierend, dass prominente Sportler mit einer derart brutalen Praxis in Verbindung gebracht werden“, erklärte PETA-Vertreterin Kathy Guillermo.

Die Kentucky Horse Racing & Gaming Corporation bestätigte inzwischen, die Vorwürfe gegen José und Irad Ortiz überprüft zu haben. Konsequenzen habe die Untersuchung allerdings bislang nicht ergeben. Auch andere Rennsportbehörden erklärten, rechtliche und organisatorische Hürden erschwerten weitere Ermittlungen.

Direkte strafrechtliche Vorwürfe gegen die Sportler wurden bislang nicht erhoben. Weder die Ortiz-Brüder noch Edwin Díaz reagierten zunächst auf Anfragen von Journalisten.

Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die schwierige Durchsetzung des bundesweiten Verbots in Puerto Rico. Trotz mehrerer Gerichtsentscheidungen zugunsten des US-Verbots scheint die Praxis auf der Insel weiterhin weit verbreitet zu sein – offenbar auch mit prominenter Unterstützung aus der Sportwelt.

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