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Kanam Leading Cities Invest vor dem Aus: Was die Abwicklung für Anleger bedeutet

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Der offene Immobilienfonds Kanam Leading Cities Invest wird geschlossen und abgewickelt. Seit dem 29. Juni 2026 können Anleger ihre Fondsanteile nicht mehr regulär an die Kanam Grund Kapitalverwaltungsgesellschaft zurückgeben. Für Investoren bedeutet das vor allem eines: Das angelegte Kapital bleibt voraussichtlich für unbestimmte Zeit gebunden.

Im Zuge der Abwicklung sollen die Immobilien aus dem Fondsportfolio verkauft werden. Ausschüttungen an Anleger erfolgen erst, wenn durch diese Verkäufe ausreichend Liquidität vorhanden ist. Wie lange dieser Prozess dauert und wie viel Geld am Ende zurückfließt, ist derzeit offen.

Warum der Fonds abgewickelt wird

Offene Immobilienfonds geraten vor allem dann unter Druck, wenn viele Anleger gleichzeitig ihre Anteile zurückgeben wollen und nicht genügend liquide Mittel vorhanden sind. Hinzu kommen schwierige Marktbedingungen: gestiegene Finanzierungskosten, zurückhaltende Kreditvergabe und geringere Nachfrage nach Gewerbeimmobilien.

Wird ein Fonds geschlossen, können Immobilien nicht immer schnell oder zu guten Preisen verkauft werden. Genau davon hängt aber ab, wie hoch die späteren Rückzahlungen an die Anleger ausfallen.

Was Anleger jetzt beachten müssen

Für betroffene Investoren entfällt zunächst der direkte Zugriff auf ihr Kapital. Bereits eingereichte Rückgabewünsche oder Kündigungen könnten möglicherweise nicht mehr wie geplant ausgeführt werden.

Während der Abwicklung sind weitere Wertschwankungen möglich. Fällt der Verkaufserlös einzelner Immobilien niedriger aus als erwartet, kann das zu zusätzlichen Verlusten führen. Umgekehrt können bessere Verkaufspreise die Rückflüsse verbessern.

Mögliche Ansprüche wegen Anlageberatung

Anleger sollten prüfen, ob sie beim Kauf ausreichend über Risiken informiert wurden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs müssen Berater bei offenen Immobilienfonds insbesondere auf das Risiko einer Aussetzung der Anteilsrücknahme und damit verbundene Liquiditätsrisiken hinweisen.

Ob Ansprüche bestehen, hängt vom Einzelfall ab: etwa vom Beratungsgespräch, den Anlagezielen, den übergebenen Unterlagen und der Frage, ob der Fonds zur persönlichen Risikobereitschaft gepasst hat.

Unterlagen sichern und Fristen prüfen

Betroffene Anleger sollten jetzt alle relevanten Dokumente sammeln: Beratungsprotokolle, Geeignetheitserklärungen, Verkaufsprospekte, Zeichnungsscheine, Depotunterlagen, E-Mails und Kontoauszüge.

Wichtig ist außerdem die Verjährung möglicher Ansprüche. Wer rechtliche Schritte prüfen möchte, sollte damit nicht zu lange warten.

Fazit

Die Abwicklung des Kanam Leading Cities Invest ist für Anleger ein schwerer Einschnitt. Entscheidend wird sein, zu welchen Preisen die Fondsimmobilien verkauft werden können. Bis dahin müssen Investoren mit gebundenem Kapital, unklarer Dauer und möglichen weiteren Verlusten rechnen.

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