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Justin Trudeau, Katy Perry und die schwerste Entscheidung eines Kanadiers

fleglsebastian7 (CC0), Pixabay
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Es gibt Momente im Leben, da muss man Prioritäten setzen.

Zum Beispiel, wenn die eigene Nationalmannschaft gerade ihr erstes WM-Spiel bestreitet – und gleichzeitig die Freundin vor 80.000 Zuschauern die Eröffnungsshow bei einem anderen WM-Spiel singt.

Justin Trudeau hat entschieden.

Kanada gegen Bosnien-Herzegowina? Nett.

Katy Perry in Los Angeles? Pflichttermin.

„Manchmal rufen die Pflichten eines unterstützenden Freundes“, erklärte der ehemalige kanadische Premierminister auf Social Media. Übersetzt heißt das vermutlich: „Wenn Katy ruft, muss selbst die Nationalmannschaft Verständnis haben.“

Während sich die kanadischen Fans in Toronto über das späte 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina ärgerten, saß Trudeau gemütlich in Los Angeles auf der Tribüne, trank Bier, schmachtete Richtung Bühne und wurde von TV-Kameras beim Kuscheln mit dem Popstar eingefangen.

Nationalstolz? Ja.

Aber Liebe geht eben manchmal vor.

In Kanada kam das nicht bei allen gut an. Einige Nutzer bezeichneten den Ex-Regierungschef als „Verräter“, andere als „Betrüger“. Das erscheint allerdings etwas übertrieben. Schließlich hat Trudeau nicht die Seiten gewechselt. Er hat lediglich den wohl häufigsten Satz der Weltpolitik entdeckt:

Happy girlfriend, happy life.

Und seien wir ehrlich: Was hätte er denn machen sollen?

In Toronto sitzen und permanent aufs Handy schauen, um zu sehen, wie Katy Perry gerade die WM eröffnet?

Oder gar versuchen, beide Spiele gleichzeitig zu besuchen? Selbst für einen ehemaligen Premierminister sind die Entfernungen zwischen Toronto und Los Angeles etwas ambitioniert.

Die eigentliche Überraschung ist ohnehin eine andere: Nicht Trudeau saß im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sondern Katy Perry. Die Sängerin entschied sich bei ihrem Auftritt nämlich nicht für einen ihrer Welthits wie Firework, California Gurls oder Teenage Dream, sondern für einen eher unbekannten Song.

Vielleicht war Trudeau darüber sogar erleichtert. Denn bei einem Lied namens Firework hätten die kanadischen Kritiker womöglich sofort behauptet, er habe die Nationalfarben endgültig gegen Hollywood eingetauscht.

So bleibt am Ende vor allem eine Erkenntnis:

Kanada hat seinen ersten WM-Punkt geholt.

Die USA ihren ersten Sieg.

Und Justin Trudeau vermutlich den Titel als „Boyfriend des Turniers“.

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