Für Jimi Blue Ochsenknecht ist der juristische Kurzurlaub in Tirol offenbar doch noch nicht vorbei. Das Oberlandesgericht Innsbruck hat die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die zunächst geplante diversionelle Erledigung akzeptiert. Bedeutet übersetzt: Deckel drauf war gestern, jetzt wird am Landesgericht Innsbruck weiterverhandelt.
Im Mittelpunkt steht eine Hotelrechnung über stolze 13.827,30 Euro. Dafür bekommt man andernorts einen Gebrauchtwagen, eine sehr ambitionierte Espressomaschine oder eben offenbar ein paar unvergessliche Tage in Tirol. Die Staatsanwaltschaft wirft Ochsenknecht schweren Betrug vor, weil die Rechnung nach einer mehrtägigen Geburtstagsfeier im Jahr 2021 nicht bezahlt worden sein soll.
Das Landesgericht Innsbruck hatte das Verfahren im August 2025 eigentlich per Diversion erledigt. Also nach dem Motto: Schaden gutmachen, Verantwortung übernehmen, Sache abhaken. Doch die Staatsanwaltschaft fand: Ganz so einfach geht’s dann doch nicht. Ihrer Ansicht nach reichten Schadensgutmachung und Verantwortungsübernahme nicht aus.
Das OLG sah das ähnlich. Der Richtersenat kam zu dem Schluss, dass es an einer wirklich von Unrechtsbewusstsein getragenen Übernahme der Verantwortung gefehlt habe. Und genau das braucht es für eine Diversion. Kurz gesagt: Nur zahlen reicht nicht, wenn das Gericht den inneren Reue-Kompass noch nicht überzeugend ausschlagen sieht.
Ochsenknecht hatte sich vor Gericht geständig gezeigt und erklärt, er wolle Verantwortung dafür übernehmen, nicht bezahlt zu haben. Zuvor war er im Juni 2025 aufgrund eines europäischen Haftbefehls in Hamburg festgenommen und später nach Innsbruck überstellt worden. Die offene Hotelrechnung wurde anschließend beglichen. Trotzdem kam er zunächst in Auslieferungshaft, dann in Untersuchungshaft und schließlich gegen 15.000 Euro Kaution wieder auf freien Fuß.
Bekannt wurde Jimi Blue einst mit „Die Wilden Kerle“. Heute wirkt der Titel im Zusammenhang mit einer fast 14.000-Euro-Hotelrechnung plötzlich etwas anders. Aus dem Kinderfilm-Abenteuer ist jedenfalls ein ziemlich erwachsener Gerichtstermin geworden.
Wann der Prozess in Innsbruck fortgesetzt wird, steht noch nicht fest. Sicher ist nur: Diese Rechnung ist bezahlt — aber juristisch offenbar noch lange nicht abgehakt.
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