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Jill Biden packt aus: War das ein TV-Duell oder ein Systemabsturz?

GDJ (CC0), Pixabay
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Zwei Jahre nach dem legendären TV-Duell ihres Mannes mit Donald Trump liefert Jill Biden nun ihre ganz persönliche Erklärung für einen Abend, der in die politische Geschichte einging – und zwar nicht unbedingt in die Kategorie „Sternstunden“.

Als sie Joe Biden damals im Fernsehstudio beobachtete, habe sie sich ernsthaft gefragt, ob er einen Schlaganfall habe. Zeitweise habe die Situation auf sie gewirkt, als würde ein fehlerhafter KI-Hologramm-Kandidat über die Bühne stolpern. Eine Beschreibung, die vermutlich nicht in den ursprünglichen Wahlkampfunterlagen vorgesehen war.

Joe Biden selbst soll unmittelbar nach der Debatte eine bemerkenswerte politische Analyse geliefert haben: „Ich habe es wirklich vermasselt, oder?“ Die Antwort seiner Ehefrau fiel überraschend kurz und präzise aus: „Ja.“

Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass dieselbe Debatte damals öffentlich noch als Erfolg verkauft wurde. Politik bleibt eben die einzige Branche, in der man nach einem Totalausfall vor die Kameras treten und erklären kann, alles sei hervorragend gelaufen.

In ihren Erinnerungen räumt Jill Biden inzwischen ein, dass ihr Mann älter geworden sei und nicht mehr die Leistungsfähigkeit früherer Jahre besessen habe. Eine Erkenntnis, die viele Amerikaner bereits während des laufenden Fernsehabends gewonnen hatten.

Auch mit politischen Weggefährten rechnet die ehemalige First Lady dezent ab. Besonders die Rolle prominenter Demokraten während der Rückzugsdebatte wird nicht gerade mit Rosenblättern beschrieben. Die politische Solidarität vieler Parteifreunde hielt offenbar ungefähr so lange wie eine Wahlumfrage mit sinkenden Zustimmungswerten.

Spannend wird es auch bei Kamala Harris. Nachdem Biden seinen Rückzug angekündigt hatte, soll die damalige Vizepräsidentin vor allem eine Frage beschäftigt haben: Wie schnell die Unterstützung für ihre Kandidatur öffentlich bekannt gemacht werden könne. Politische Romantik sieht anders aus.

Am Ende bleibt das Bild einer Regierung, die monatelang erklärte, alles sei in bester Ordnung, während Millionen Zuschauer bereits den Eindruck hatten, dass der Hauptdarsteller des Stücks langsam die Bühne verlassen wollte.

Oder anders gesagt: Das eigentliche Wunder war nicht Bidens Rückzug. Das eigentliche Wunder war, dass bis zur Debatte noch jemand überrascht darüber war.

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