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Trump verhandelt mit Iran – und verabschiedet nebenbei die halbe US-Marine in den Feierabend

MIH83 (CC0), Pixabay
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Washington. Donald Trump steht offenbar kurz vor einer Entscheidung über ein mögliches Abkommen mit dem Iran. Wie gewohnt macht der US-Präsident daraus keine trockene diplomatische Angelegenheit, sondern eine Mischung aus Friedensverhandlung, Reality-Show und Familiengruß.

Vor seiner Sitzung im Situation Room erklärte Trump zunächst, was der Iran alles zu tun habe: keine Atomwaffen, kein hochangereichertes Uran, freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus und möglichst sofortige Erfüllung amerikanischer Forderungen. Ob Teheran dem bereits zugestimmt hat, blieb dabei ungefähr so klar wie die Bedienungsanleitung eines Atomreaktors.

Besonders bemerkenswert war jedoch Trumps Botschaft an die beteiligten US-Matrosen. Nachdem er die mögliche Aufhebung der Seeblockade angekündigt hatte, rief er den Soldaten zu: „Fahrt nach Hause und grüßt eure Familien von mir – eurem Lieblingspräsidenten.“

Diplomaten dürften sich gefragt haben, ob sie gerade eine historische Friedensinitiative oder den Schlussmonolog einer Wahlkampfveranstaltung verfolgen.

Unterdessen versucht die amerikanische Regierung weiterhin, mit dem Iran eine Lösung für dessen Atomprogramm zu finden. Der Knackpunkt bleibt das hochangereicherte Uran. Washington fordert dessen vollständige Beseitigung, während Teheran sein Recht auf Urananreicherung bislang als nicht verhandelbar betrachtet.

Mit anderen Worten: Beide Seiten sind sich weitgehend einig – außer bei den entscheidenden Punkten.

Vizepräsident JD Vance erklärte bereits, man sei einer Einigung „sehr nahe“. Erfahrene Beobachter wissen allerdings, dass „sehr nahe“ in internationalen Verhandlungen alles bedeuten kann – von einer Unterschrift am nächsten Tag bis zu weiteren Jahren diplomatischen Ringens.

Bis dahin bleibt die Welt Zeuge eines bemerkenswerten Schauspiels: Während Experten über Uranbestände, Sanktionen und Sicherheitsgarantien diskutieren, kommentiert Trump die Lage wie ein Kreuzfahrtdirektor kurz vor dem Ablegen des Schiffes.

Die Frage ist nun nicht mehr, ob es eine Einigung geben könnte. Die Frage ist vielmehr, ob am Ende zuerst die Diplomaten unterschreiben oder Trump bereits die Siegesrede hält.

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