Der Konflikt zwischen den USA und Iran droht erneut zu eskalieren. Teheran verteidigte am Montag seinen jüngsten Vorschlag zur Beendigung des Kriegs als „vernünftig“ und „großzügig“, nachdem US-Präsident Donald Trump die Bedingungen als „völlig inakzeptabel“ zurückgewiesen hatte.
Nach Angaben iranischer Staatsmedien fordert Teheran unter anderem die Anerkennung seiner Souveränität über die Straße von Hormus sowie Entschädigungen für Kriegsschäden. Die strategisch wichtige Meerenge bleibt seit Wochen blockiert und sorgt weltweit für Turbulenzen auf den Energiemärkten.
Die Ölpreise stiegen nach Trumps Ablehnung deutlich an. Händler befürchten, dass sich der Konflikt weiter verschärfen und die Sperrung der Route länger andauern könnte. Durch die Straße von Hormus wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasexports transportiert.
Trump hatte den iranischen Vorschlag am Sonntag in sozialen Medien scharf kritisiert. Iran spiele seit Jahrzehnten „Spielchen“ mit den USA und der Welt, schrieb er. Außenamtssprecher Esmail Baghaei widersprach am Montag: Die iranischen Forderungen dienten nicht nur den nationalen Interessen des Landes, sondern auch „der Stabilität und Sicherheit der gesamten Region“.
Zu den Forderungen Teherans gehören laut Baghaei ein Ende des Kriegs, das Ende der „Piraterie gegen iranische Schiffe“ sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte im Ausland. Staatsmedien berichteten zusätzlich von der Forderung nach Reparationszahlungen.
Die direkten Gespräche zwischen Washington und Teheran laufen seit einem Monat und werden über pakistanische Vermittler organisiert. Trotz mehrfacher Drohungen beider Seiten hatten sich die Verhandlungen zuletzt vorsichtig angenähert. Gleichzeitig kam es immer wieder zu militärischen Zwischenfällen rund um die Straße von Hormus.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte unterdessen in einem Interview mit CBS, in Iran gebe es weiterhin „Arbeit zu erledigen“. Das Land verfüge noch immer über erhebliche militärische Fähigkeiten.
In iranischen Medien wurde am Montag demonstrativ Härte gezeigt. Mehrere regimenahe Zeitungen veröffentlichten Schlagzeilen über Raketen, Drohnen und die Bereitschaft der Streitkräfte zu einem neuen Krieg. Die Zeitung „Kayhan“ schrieb, die Raketen der Revolutionsgarden seien auf „feindliche Schiffe und Stützpunkte“ gerichtet.
Parallel wächst der wirtschaftliche Druck weltweit. Der Ölpreis der Sorte Brent stieg zeitweise auf mehr als 104 Dollar pro Barrel. Seit Beginn des Konflikts haben sich die Preise massiv erhöht. Saudi-Arabien versucht inzwischen, Lieferungen verstärkt über alternative Pipelines umzuleiten.
Auch innerhalb Irans wächst der Widerstand gegen eine Annäherung an Washington. Besonders die ultrakonservative „Endurance Front“ drängt auf einen harten Kurs und lehnt Zugeständnisse an die USA strikt ab. Beobachter sehen darin ein Zeichen der Machtkämpfe im Iran nach dem Tod des früheren Revolutionsführers Ali Khamenei.
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