Sie gilt als eine der berühmtesten Jachten der Welt: die „Christina O“, einst schwimmender Treffpunkt für Staatschefs, Hollywoodstars und Aristokraten. Nun steht das legendäre Schiff des griechischen Reeders Aristoteles Onassis zum Verkauf – und kostet inzwischen deutlich weniger als ursprünglich verlangt.
Der Preis für die 99 Meter lange Superjacht wurde laut Maklern von ursprünglich 90 Millionen Euro auf 52 Millionen Euro reduziert. Trotz des Nachlasses gestaltet sich der Verkauf bislang schwierig.
In den 1950er- und 1960er-Jahren war die „Christina“ das Symbol internationalen Luxuslebens. Winston Churchill, Maria Callas, Elizabeth Taylor oder Rudolf Nurejew gingen dort ein und aus. Onassis selbst nutzte die Jacht nicht nur für glamouröse Empfänge, sondern auch für seine berühmten Liebesgeschichten.
Besonders eng ist die Geschichte des Schiffs mit Jacqueline Kennedy verbunden. Nachdem der frühere US-Präsident John F. Kennedy ermordet worden war, verliebte sich Jackie in Onassis. Nach ihrer Hochzeit 1968 auf der griechischen Insel Skorpios feierte das Paar den Empfang an Bord der „Christina“.
Die Ausstattung galt damals als spektakulär: ein Kamin aus Lapislazuli, eine Wendeltreppe aus Onyx, ein Swimmingpool mit Mosaikboden, der sich zur Tanzfläche verwandeln ließ, sowie die berüchtigte Bar mit Hockern aus Walhaut.
Ursprünglich war die Jacht allerdings ein Kriegsschiff. Sie wurde 1943 als kanadische Fregatte „HMCS Stormont“ gebaut und kam im Zweiten Weltkrieg unter anderem bei der Landung in der Normandie zum Einsatz. Nach Kriegsende kaufte Onassis das Schiff zum Schrottwert und ließ es für Millionenbeträge zu seiner privaten Luxusjacht umbauen.
Nach dem Tod des Reeders 1975 verfiel das Schiff jahrzehntelang in einer griechischen Marinebasis, bevor es aufwendig restauriert wurde. Dabei wurden große Teile des Rumpfs erneuert, moderne Motoren eingebaut und zahlreiche historische Details rekonstruiert. Seitdem trägt das Schiff den Namen „Christina O“.
Heute wird die Jacht vor allem für exklusive Charterreisen genutzt. Eine Woche an Bord kostet rund 700.000 Euro. Auch Heidi Klum feierte dort 2019 ihre Hochzeit mit Tom Kaulitz.
Dass sich bislang kein Käufer gefunden hat, liegt laut Branchenexperten auch an der schwierigen Lage auf dem Luxusmarkt. Kriege im Nahen Osten und in Europa sowie die wirtschaftliche Unsicherheit bremsen die Nachfrage nach Superjachten. Hinzu kommt, dass viele Milliardäre moderne Neubauten bevorzugen.
Dennoch gilt die „Christina O“ als einzigartig. Mit Platz für bis zu 157 Gäste bei Veranstaltungen ist sie offiziell nicht einmal mehr als Jacht klassifiziert, sondern als Passagierschiff.
Makler Tim Morley glaubt trotzdem an einen Verkauf – und setzt vor allem auf amerikanische Interessenten. „Wenn Amerikaner an Bord kommen, lieben sie die Atmosphäre sofort“, sagte er. Besonders die Verbindung zu Jackie Kennedy übe bis heute eine enorme Faszination aus.
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