Startseite Allgemeines Iran-Krieg als Konjunkturprogramm: Wenn Bomben fallen, klingeln die Kassen
Allgemeines

Iran-Krieg als Konjunkturprogramm: Wenn Bomben fallen, klingeln die Kassen

geralt (CC0), Pixabay
Teilen

Kaum fliegen die ersten Raketen, laufen weltweit die Registrierkassen heiß. Der Iran-Krieg entwickelt sich immer mehr zum gigantischen Wirtschaftsprogramm für alles, was schießt, bohrt, handelt oder ein Solarpanel zusammenschrauben kann.

Besonders erfreut zeigt sich traditionell die Rüstungsindustrie. Während andere Menschen Nachrichten schauen und sich Sorgen machen, zählen Konzerne wie Lockheed Martin, Boeing oder Northrop Grumman offenbar einfach neue Milliardenaufträge. Der Krieg läuft – und die Auftragsbücher gleich mit.

Auch Banken erleben derzeit offenbar eine Art finanziellen Wellnessurlaub. JPMorgan meldete laut BBC den zweithöchsten Quartalsgewinn der Firmengeschichte. Offenbar gilt inzwischen selbst geopolitisches Chaos an der Börse als solides Geschäftsmodell.

Am sichtbarsten profitieren allerdings die Ölkonzerne. Weil rund um die Straße von Hormus plötzlich weniger Öl fließt, schoss der Preis für ein Barrel Brent auf über 105 Dollar. Für Verbraucher bedeutet das: teurer tanken. Für Ölmultis bedeutet das: Champagner.

Saudi Aramco steigerte den Gewinn um 25 Prozent. BP verdoppelte den Gewinn sogar mal eben auf über drei Milliarden Dollar. TotalEnergies erklärte beinahe romantisch, Händler seien „recht zufrieden“, wenn die Märkte besonders chaotisch seien. Übersetzt heißt das ungefähr: Je größer die Krise, desto größer der Bonus.

Während Autofahrer an Zapfsäulen Schnappatmung bekommen, entdeckt plötzlich auch der Rest der Welt wieder erneuerbare Energien. Denn sobald Benzinpreise explodieren, wirken Solarpanels auf einmal wie eine geniale Idee statt wie ein langweiliges Förderprojekt.

Besonders China freut sich über den neuen grünen Goldrausch. Die Exporte chinesischer Elektroautos schossen um mehr als 100 Prozent nach oben. Wer sich den Sprit nicht mehr leisten kann, fährt eben elektrisch – vorzugsweise mit einem chinesischen Akku.

BYD und andere Hersteller verkaufen derzeit E-Autos wie warme Frühlingsrollen. Gleichzeitig überschwemmen chinesische Solarmodule Afrika, Europa und praktisch alles dazwischen.

In Nigeria etwa explodierten die Importe von Solarmodulen um mehr als 500 Prozent. Der Grund: Dieselpreise, bei denen selbst Stromausfälle plötzlich romantisch wirken.

Die chinesische Industrie nutzt die Krise dabei gewohnt pragmatisch. Während westliche Politiker noch Pressekonferenzen geben, eröffnen chinesische Konzerne neue Europazentralen, laden Händler ein und sichern sich Märkte.

Der Iran-Krieg zeigt damit einmal mehr eine alte Regel der Weltwirtschaft: Während Bürger höhere Energiepreise bezahlen, entdecken Konzerne plötzlich „historische Wachstumschancen“.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Die superschlauen Schafe auf geheimer Mäh-Mission!

Auf einer grünen Wiese irgendwo in Irland lebt die wohl cleverste Schafherde...

Allgemeines

Jetzt wird’s ernst: GTA 6 steht offenbar unmittelbar vor dem großen Knall!

Die Gaming-Welt dreht komplett durch – und diesmal scheint es tatsächlich so...

Allgemeines

Berlin,Leipzig, Dresden bitte nachmachen

Während deutsche Städte noch endlose Arbeitskreise, Expertenrunden und „Runde Tische zur urbanen...

Allgemeines

Revanche

Die Nacht brachte das zurück, was Moskau seit Jahren über andere Städte...